16. Jänner 2017 13:30
Schneechaos in Tirol
Zu spät wegen Schnee
Wegen Schneechaos zu spät in die Arbeit: Kein Entlassungsgrund!
Zu spät wegen Schnee
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Seit Wochen tobt sich Frau Holle über Tirol aus. Die Folge: Viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt. Schneechaos und Stau hindern pünktlich oder im schlimmsten Fall überhaupt in der Arbeit zu erscheinen.

AK: Einzellfall entscheidet

Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen (z.B. früher aufbrechen, eigenen PKW statt öffentliche Verkehrsmittel benutzen), um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse (pünktlich) zur Arbeit zu erscheinen.

Kein Entlassungsgrund

Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihren Dienstgeber umgehend zu informieren, wenn sich Unpünktlichkeit oder Fernbleiben abzeichnet. Urlaubstag muss keiner genommen werden, falls die Präsenz am Dienstort den Schneeverhältnissen zum Opfer fällt. Sollte ein Arbeitgeber ein wetterbedingtes Verspäten oder Fernbleiben zum Anlass für eine Entlassung nehmen, ist die Entlassung unberechtigt, wenn der Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Anspruch auf Entgelt bleibt bestehen

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und Arbeiter unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend geregelt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Arbeiter nur, wenn es im Kollektivvertrag keine expliziten Ausnahmen gibt.