Zu spät wegen Schnee

Schneechaos in Salzburg

Zu spät wegen Schnee

Seit Wochen tobt sich Frau Holle über Salzburg aus. Die Folge: Viele Arbeitsplätze bleiben unbesetzt. Schneechaos und Stau hindern pünktlich oder im schlimmsten Fall überhaupt in der Arbeit zu erscheinen. „Trotz des Zuspätkommens bzw. Fernbleibens müssen die Beschäftigten keine Konsequenzen befürchten“, sagt Heimo Typplt. „Hier liegt ein Dienstverhinderungsgrund vor, der das Fernbleiben rechtfertigt. Jedoch nur dann, wenn alles Zumutbare unternommen worden ist, um trotz der Schneeverwehungen oder des Schneechaos pünktlich zur Arbeit zu kommen.“

AK: einzellfall entscheidet

Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen (z.B. früher aufbrechen, eigenen PKW statt öffentliche Verkehrsmittel benutzen), um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse (pünktlich) zur Arbeit zu erscheinen. „Ob eine Maßnahme zumutbar ist, wird im Einzelfall geprüft“, so Typplt. „Für einen gesunden Arbeitnehmer wird es etwa zumutbar sein, einige Kilometer zu Fuß zur Arbeit zu gehen, wenn die Fahrt mit dem PKW bzw. den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich ist.“

Kein Entlassungsgrund

Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihren Dienstgeber umgehend zu informieren, wenn sich Unpünktlichkeit oder Fernbleiben abzeichnet. Urlaubstag muss keiner genommen werden, falls die Präsenz am Dienstort den Schneeverhältnissen zum Opfer fällt. Sollte ein Arbeitgeber ein wetterbedingtes Verspäten oder Fernbleiben zum Anlass für eine Entlassung nehmen, ist die Entlassung unberechtigt, wenn der Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Anspruch auf Entgelt bleibt bestehen

Der Entgeltanspruch ist für Angestellte und Arbeiter unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend geregelt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Arbeiter nur, wenn es im Kollektivvertrag keine expliziten Ausnahmen gibt. „Im umgekehrten Fall, wenn zum Beispiel Arbeitsplätze wetterbedingt nicht erreichbar sind und dort nicht gearbeitet werden kann, steht den Dienstnehmern im Normalfall Lohnfortzahlung zu“, sagt der Leiter der AK-Rechtsabteilung.

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