Festspiele Eröffnung_2021

Zahlreiche internationale Gäste dabei

Die Salzburger Festspiele sind eröffnet

Unter den Titel „Eine humanistische Utopie“ stellte Julian Nida-Rümelin heute, Sonntag, seine Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele.

Präsidentin Helga Rabl-Stadler empfing zahlreiche internationale Gäste, darunter die Präsidentin der Slowakischen Republik, Zuzana Čaputová, in der Felsenreitschule. Zum Festakt spielte das Mozarteum-Orchester „La Valse“ von Maurice Ravel sowie zwei Sätze aus dem Konzert für Violonchello und Blasorchester von Friedrich Gulda.

Noch vor der offiziellen Eröffnung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen leitete Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler den Eröffnungsfestakt ein. Anschließend folgten die Begrüßungsreden von Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Vizekanzler Werner Kogler sowie die Eröffnungsrede von Julian Nida-Rümelin, Philosoph, Autor und ehemaliger deutscher Bundeskulturminister. Es ist die Jubiläumsausgabe zu 100 Jahren Festspiele, das 2020 pandemiebedingt großteils um ein Jahr verschoben werden musste.

 

Neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Vizekanzler Werner Kogler, Landeshauptmann Wilfried Haslauer und zahlreichen Mitgliedern der Bundesregierung und der Landesregierung sowie Vertreterinnen und Vertretern des Salzburger Landtages und der Stadt Salzburg nahm auch Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, auf Einladung von Bundeskanzler Sebastian Kurz am Festakt teil.

Die Festspiele als Angelegenheit der europäischen Kultur betonte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in ihrer Begrüßungsrede. „Die Festspiele sind systemrelevant, kein Luxusgut, sondern ein Lebensmittel. Gerade in der Pandemie hat sich das bewahrheitet. So wie bei der Gründung und bei der Wiederauferstehung nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Festspiele auch im Pandemiejahr 2020 wieder ein weltweites kulturelles Leuchtturmprojekt geworden. Sie sind damit dem Gründungsauftrag gefolgt und haben den Menschen ein Licht in ungewissen Zeiten ermöglicht“, so Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, die für ihre Begrüßung Standing Ovations bekam.

 

Mit dem „Erwachen aus einem Albtraum“ verglich Landeshauptmann Wilfried Haslauer die Eröffnung der diesjährigen Festspiele. Der Frage nach „Trauma oder Erkenntnisgewinn“ und vieler weiterer ging der Landeshauptmann unter Zuhilfenahme der Werke von vier Schriftstellern nach: Hermann Hesses „Über das Glück“, José Saramagos „Die Stadt der Blinden“, Patrick Süskinds „Das Parfum“ und Albert Camus‘ „Die Pest“. „Es sind jedoch die Salzburger Festspiele, die uns bei der Suche nach den Antworten helfen. Heute wollen wir uns der neu gewonnenen Freiheit erfreuen und dabei nicht vergessen und verdrängen, sondern vielmehr unsere Hoffnungen leben, an unsere Kraft glauben und an unserer Unschuld arbeiten“, so Landeshauptmann Haslauer.

 

Die Festrede trug in diesem Jahr der Philosoph und ehemalige deutsche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin zum Thema „Eine humanistische Utopie“ vor. Dabei schilderte er, dass, nachdem die letzten großen Utopien der Menschheitsgeschichte zusammengebrochen sind, immer häufiger Dystopien zu gemeinsamen Zielen wurden. Menschengemachter Klimawandel, neue Atommächte wie China und die Ablöse des Menschen durch Digitalisierung seien die bedrohlichen Szenarien, gegen die wir aktuell alle gemeinsam ankämpfen. Um hier erfolgreich zu sein, müssen laut Nida-Rümelin die demokratische Zivilkultur und der Humanismus gestärkt werden. „Es gibt eine humanistische Utopie, und sie heißt Demokratie. Sie setzt voraus, dass wir alle über praktische Vernunft verfügen und uns ein Bild über die zukünftigen Herausforderungen machen können“, so der Festredner. Wichtig sei dabei, dass „wie wir entscheiden, für alle passt. Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit, sondern das Bewahren der Würde und des Respekts jedes einzelnen.“