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AK-Analyse der Salzburger Wohnpreise 2012

Wohnen so teuer wie noch nie

Das unglaubliche Rekordniveau von 2011 ist teilweise 2012 noch einmal getoppt worden.

Seit der Jahrtausendwende sind die Preiskurven in ungebremstem Steigflug, sowohl für Miete als auch für Kauf. „Von 2011 auf 2012 sind die Preise für Eigentum im Land Salzburg um sagenhafte 9 Prozent gestiegen“, so Pichler, „das ist die höchste Steigerungsrate seit Beginn unserer Erhebung im Jahr 1995!“

In konkreten Zahlen: Der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentum im Land Salzburg  beträgt 2.929 Euro pro Quadratmeter, das sind 241 Euro mehr als 2011. Diese Steigerung liegt um 6,6 Prozentpunkte über der Inflation. Im Zehnjahres-Vergleich ist der Preis um 51,4 Prozent gestiegen, während die Inflation in dieser Zeitspanne 22,7 Prozent betrug.

Auf einen Spitzenwert ist auch der durchschnittliche Preis für Eigentum in der Stadt Salzburg gestiegen, nämlich auf den Rekordwert von 3.858 Euro pro Quadratmeter. 2011 waren es 3.615 Euro, die Steigerung beträgt 6,7 Prozent. Im Zehnjahresvergleich sind die Preise um unglaubliche 89,5 Prozent gestiegen, also um 66,8 Prozentpunkte über der Inflation.

„Der Erwerb von Wohneigentum ist somit für normale Menschen in illusorische Ferne gerückt“, so Pichler. „Das durchschnittliche Einkommen der Salzburger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beträgt 1.350 Euro netto!“

Mieten im Land über der 11 Euro Marke

Die Mietpreise (inklusive Steuer und Betriebskosten) im Land Salzburg nähern sich der Stadt an und haben erstmals die 11-Euro-Marke überschritten. Der Quadratmeter kostet durchschnittlich 11,21 Euro, das sind 2,3 Prozent mehr als 2011. Gegenüber dem Tiefststand von 2000 sind das 38,9 Prozent mehr, das sind 10,7 Prozentpunkte mehr als die Inflation.

Die Mietpreise in der Stadt Salzburg haben sich auf dem bereits schmerzhaft hohen Niveau von 2011 auch 2012 eingependelt und betragen 13,48 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Tiefststand im Jahr 2000 ist das eine Steigerung von 39,4 Prozent, das sind 11,2 Prozentpunkte  mehr als die Inflationsrate in diesem Zeitraum.

„Eine 70-m2-Wohnung ist wahrlich kein übertriebener Luxus“, so Pichler. „Dafür zahlt man derzeit so viel, wie rund 100.000 Salzburgerinnen und Salzburger laut Lohnsteuerstatistik verdienen – nämlich rund 1.000 Euro! Nimmt man das teilzeit- und saisonbereinigte durchschnittliche Nettoeinkommen der Salzburger Beschäftigten von knapp 2.000 Euro, macht die Miete immer noch die Hälfte aus“, rechnet Pichler vor.

AK begrüßt Förderungen von 200 zusätzlichen Wohnungen

 „Wohnen ist für die Menschen und für uns als Interessenvertretung eines der wichtigsten Themen“, so Pichler. „Wir als AK haben uns aber immer für leistbares Wohnen eingesetzt! Wohnen ist ein Grundbedürfnis, und ein Grundrecht. Wir begrüßen es, dass das Thema jetzt auch auf Bundesebene verstärkt behandelt wird.“

So hat sich die AK-Vollversammlung im November 2012 für ein Sonderwohnbauprogramm auf den beiden Kasernengründen eingesetzt, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. „Bauen, bauen, bauen – und zwar geförderte Mietwohnungen;  das ist das Wirksamste gegen den ungebremsten Höhenflug der Wohnpreise, die vor allem die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über Gebühr belasten!“, betont Pichler.

Überhaupt soll die Wohnbauförderung vorrangig auf die Bereitstellung leistbarer Mietwohnungen ausgerichtet werden.

In die Pflicht zu nehmen sind auch die Gemeinden, vor allem im Umland der Stadt und in der Nähe von öffentlichen Verkehrsverbindungen. Diese, so Pichler, müssten über die Raumordnung geeignete Flächen für den geförderten Mietwohnungsbau zur Verfügung stellen. „Es ist unverständlich, dass die Instrumente des Raumordnungsgesetzes von 2009 noch nicht richtig greifen!“ Die Bürgermeister müssen laut Pichler mehr Vorbehaltsflächen für den förderbaren Wohnbau ausweisen und nicht genutztes Bauland nach zehn Jahren rückwidmen.

Weiters fordert Pichler ein konsequentes Vorgehen gegen Zweitwohnsitze, die das Wohnen für die Einheimischen verteuern. Konkret: Reservierung von Flächen für Einheimische und Strafverfahren bei illegalen Zweitwohnsitzen bis hin zur Versteigerung nach dem 2012 novellierten Grundverkehrsgesetz.

„Die Wohnbauförderung im Bundesland ist ein Erfolgsmodell“, betont Pichler, „und wir begrüßen die Ansage, dass in den nächsten Jahren 200 zusätzliche Wohnungen pro Jahr gefördert werden sollen.“ Ebenso begrüßt Pichler die Zweckbindung der Wohnbauförderung.

Weitere Schrauben, an den zu drehen ist

· Reform des Mietrechts mit den Kernpunkten Mietzinsobergrenzen für alle Mietverhältnisse (derzeit nur für Wohnungen, die vor 1945 bzw. 1953 erbaut wurden); Beschränkung der Kautionen auf zwei Bruttomonatsmieten; Abschaffung der Mietvertragsvergebührung; generelle Einschränkung der Befristungsmöglichkeiten.

· Maklerprovisionen bezahlt der Vermieter; keine Vertragserrichtungskosten für Mieter in allen Mietverhältnissen.

· Änderung des gesetzlichen Betriebskostenkatalogs nur auf jene Kosten, die die Mieter unmittelbar verursachen (Wasser, Abwasser, Müll) – keine Betriebskosten im eigentlichen Sinn sind Grundsteuer, Versicherungs- und Verwaltungskosten.

Makler ignorieren Verordnung

Die Immobilienmaklerverordnung schreibt vor, dass in Inseraten für Mietwohnungen die monatliche Gesamtbelastung aufgeschlüsselt werden muss nach Hauptmietzins, Betriebs- und Heizkostenakonti und die Umsatzsteuer. „Wir haben im gesamten Vorjahr 1.326 Inserate von 119 Immobilienmaklern geprüft und ausgewertet. An die Verordung hält sich lediglich ein halbes Prozent oder sieben Inserate“, so Steidl.“Mit der Novellierung der Verordnung 2010 wurde eine Forderung der AK weitgehend erfüllt, und wir behalten die Entwicklung im Auge.“ 2011 waren es zwei Prozent.

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