Der Antenne Wetterrückblick

Der Antenne Wetterrückblick

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Warmes und sonniges Jahr 2011

Das Wetterjahr 2011 neigt sich dem Ende zu und somit ist es an der Zeit, die Wetterereignisse 2011 Revue passieren zu lassen. Es brachte den sonnigsten Frühling und den trockensten November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und neben langen Trockenperioden heftige Einzelereignisse, die einen Großteil zur Niederschlagsbilanz beitrugen. „Insgesamt betrachtet gehört das Jahr 2011 zu den wärmsten und sonnigsten Jahren seit Beginn der meteorologischen Datenerfassung“, zieht Clemens Teutsch, Meteorologe bei UBIMET, Bilanz.

Markante Wetterwechsel

Nicht nur die positive Abweichung von 1 bis 2 Grad ist in diesem Jahr besonders erwähnenswert, es war auch ein Jahr der extremen Gegensätze. Kräftiger Südföhn sorgte am 26. August für den heißesten Tag im Jahr. „In Krems wurde mit 38,2 Grad sogar ein neuer Stationsrekord aufgestellt“, weiß der Meteorologe zu berichten. „Besonders markant war aber der Wetterumschwung, der darauf folgte: binnen 24 Stunden vollzog sich ein Temperatursturz von bis zu 30 Grad und am 27. August sank die Schneefallgrenze sogar bis auf 1500 m ab.“ Besonders warm war es dieses Jahr aber speziell in den höheren Lagen. Mit einer Abweichung von knapp 3 Grad gab es in St. Anton am Arlberg auf 1275 m die größte Differenz zum langjährigen Mittel. Die wärmste Landeshauptstadt 2011 war wenig überraschend Wien.

Trockenheit und Starkregen

„Die Niederschlagsbilanz ist heuer unterdurchschnittlich, allerdings gab es einige Starkregenereignisse, im Zuge derer binnen 24 Stunden ganze Monatsmengen vom Himmel kamen“, erklärt Teutsch. Besonders eindrucksvoll war das am 8. Juni 2011 in Wien, als zwei starke Gewitter innerhalb weniger Stunden an den Stationen Wien - Botanischer Garten und Wien - Innere Stadt für knapp über 80 Liter Regen pro Quadratmeter sorgten. Das entspricht einem Siebtel der durchschnittlichen Jahresniederschlagssumme (553 l/m², Wien - Innere Stadt) von Wien. Deutlich mehr Niederschlag kam jedoch im Zuge eines Starkregenereignisses Mitte Jänner zusammen, das zwischen dem Loferer Land und dem Salzkammergut Rekordmengen von 100 bis 160 Liter pro Quadratmeter brachte. Dieses Ereignis zeichnete auch für randvolle Flüsse an der Alpennordseite und eine angespannte Hochwassersituation verantwortlich. Dennoch waren es mehrheitlich die trockenen Phasen, die das Jahr prägten. Immer noch führen viele Flüsse Niederwasser, eine nachhaltige Folge der ausgeprägten Trockenperiode von Ende Oktober bis Anfang Dezember, wo in manchen Regionen über 40 Tagen hinweg kein Niederschlag registriert wurde. Somit gab es zwar verfrüht Schneefall bis in die Tallagen (19. September, Innsbruck; 7. Oktober, Villach) aber keinen im November, das ist bemerkenswert.

Ein sehr sonniges Jahr

Die ausgeprägten Trockenphasen stehen im direkten Zusammenhang mit mehreren Hochdruckwetterlagen, die das Jahr 2011 maßgeblich gestaltet haben. Unterdurchschnittlich sonnig waren 2011 groteskerweise gerade die Sommermonate Juni und Juli, in den übrigen Monaten wurde man dafür überdurchschnittlich oft von der Sonne verwöhnt. „Über das Jahr gesehen verzeichneten wir vielerorts ein Plus von 400 Sonnenstunden, das entspricht je nach Region einem Plus von 15 bis 25 %“, verweist der Wetterexperte auf die Statistik. „Am meisten Sonne gab es im Gebirge in Kärnten, hier wurden bis dato auf der Kanzelhöhe 2474 Stunden und auf der Villacher Alpe 2389 Stunden gemessen. Abseits vom Gerbirge fallen besonders die Orte Andau im Burgenland mit 2338 Sonnenstunden und Innsbruck auf, wo an der Universität bis jetzt 2332 Stunden verzeichnet wurden.“

Windiger Dezember

Das Orkantief Joachim sorgte Mitte Dezember für die höchsten Windspitzen des Jahres. „Auf dem Hausberg der Innsbrucker, dem Patscherkofel,  wurden 162 km/h gemessen, aber auch im Flachland (z.B. Waizenkirchen, OÖ) reichte es mit 119 km/h für Orkanböen.“ Orkanartige Böen von 112 km/h gab es in Eisenstadt und zwar am 14. Mai, als sich im Vorfeld einer herannahenden Kaltfront eine kräftige Gewitterlinie ausgebildet hat. An dieser wurde auch ein Tornado gesichtet.

Wetterwerte im Überblick:

 

Höchste Temperaturen:

38,3 Grad         Waidhofen / Ybbs (NÖ, 26.08.) - neuer Augustrekord
38,2 Grad         Krems (NÖ, 26.08.) - neuer Stationsrekord                             
38,1 Grad         Langenlois (NÖ, 26.08.)                       

 

Tiefste Temperaturen (Talstationen):   

-22,6°C             Tannheim (T, 23.1.)
-22,4°C             St. Jakob/Defereggen (T, 5.1.)
-20,5°C             Bichlbach (T, 23.1.)

 

Trockenste Orte (vorläufig):

248 l/m²            Krems (NÖ)
297 l/m²            Retz (NÖ)
315 l/m²            Langenlois (NÖ)

 

Nasseste Orte (vorläufig):

1795 l/m²          Schröcken (V)
1678 l/m²          Schoppernau (V)
1673 l/m²          Alberschwende (V)

 

Sonnigste Orte (01.01.-26.12.2011):

2338 h              Andau(B)
2332 h              Innsbruck-Universität (T)
2326 h              Neusiedl / See (B)

 

Höchste Windspitzen, Berge (in Klammer Stationshöhe, Bundesland und Datum des Auftretens):

162 km/h          Patscherkofel (2247 m, T, 16.12.)
155 km/h          Feuerkogel (1618 m, OÖ, 16.12.)
151 km/h          Bärnkopf (965 m, NÖ, 25.01.)

 

Windigste Orte (Tallagen):

119 km/h          Waizenkirchen (OÖ, 16.12.)
115 km/h          Rohrspitz (V, 16.12.), Wien-Jubiläumswarte (16.12.)
112 km/h          Brand (16.12.), Eisenstadt (14.5.), Wien Hohe-Warte (5.2.)

(Quelle: UBIMET)

 

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