Matthias Walkner

Rallye Dakar in Saudi-Arabien

Walkner will zum vierten Mal auf Podest

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Salzburger freut sich über leichteres Handling der neuen KTM - Kinigadner: "Er spürt viel und hat Riesenschritt gemacht" - GRAFIK

Zum dritten Mal ist die Rallye Dakar in Saudi-Arabien zu Gast, insgesamt ist es die 44. Auflage des wohl größten Abenteuers im Motorsport. Für Österreichs bisher einzigen Sieger Matthias Walkner, der 2018 damals noch in Argentinien triumphiert hatte, wird es seine achte Dakar und möglicherweise seine letzte. Unabhängig von seiner Zukunftsgestaltung nach 2022 möchte der 35-jährige Salzburger am 14. Jänner im Ziel in Jeddah wieder auf dem Podest stehen.

Nach seiner Serie von 2017 bis 2019 (zusätzlich zwei zweite Gesamtränge) reichte es 2020 zu Rang fünf, in diesem Jahr kostete ihn ein früher technischer Defekt über zweieinhalb Stunden und alle Chancen auf ein Top-3-Ergebnis. Zusätzliche Navigationspatzer ließen nicht mehr als Platz neun zu.

"Ich fühle mich bereit, wieder aufs Podium zu fahren. Mit mir ist echt zu rechnen", sagte Walkner bei einem Medientermin kurz vor Weihnachten. Er vertraut auf eine brandneue KTM, die nicht nur weniger Gewicht hat, sondern auch von der Gewichtsverteilung her ein weit besseres Handling bietet.

Der seit diesem Jahr zweifache Cross-Country-Weltmeister glaubt, dass an der Maschine zwischen "70 und 80 Prozent alles neu" ist. Und er selbst hat ganz besonders viele Test-Kilometer in die Entwicklung des Motorrads investiert. Als Fahrer ist er im Jahr 2021 weiter gereift. Walkner glaubt, dass er drei seiner besten fünf Karriere-Rennen in dieser Saison absolviert hat. Das gibt ihm ebenso Motivation wie die Möglichkeit, dass diese Dakar seine letzte sein könnte. "Rein vertraglich gesehen ist das ja meine letzte Saison", meinte Walkner, dessen KTM-Vertrag Ende 2022 ausläuft. Ob er noch eine Saison anhängt, macht er von seinem Einsatzwillen abhängig.

Diskutiert werden diverse Modernisierungen so zum Beispiel auch ein digitales Roadbook. Walkner hat so etwas bereits einmal getestet, doch noch ist nicht ganz ausgeklügelt, wie die störende Sonneneinstrahlung bei einem Tablet verhindert werden kann, oder auch wie sturzsicher diese inmitten der Wüste so lebensnotwendige Navigation ist. Einen Vorteil bei einer Digitalisierung sieht Walkner darin, dass man sozusagen "live" Markierungen von besonders gefährlichen Stellen machen könnte, um Piloten danach zu warnen.

Während für rund 100 Motorradpiloten das Abenteuer schon mit dem Erreichen des Ziels nach 8.375 km gelungen wäre, geben laut Walkner rund 30 bis 40 Piloten so richtig Gas. Etwa zehn Leute zählt er zum engsten Favoritenkreis, darunter auch sich selbst. KTM-Berater Heinz Kinigadner, der einst selbst zweifacher Motocross-Weltmeister in der damaligen 250-ccm-Klasse wurde, lobte Walkner im Vorfeld. "Er spürt viel und hat einen Riesenschritt gemacht."

Für Kinigadner, der selbst die Dakar mehrmals gefahren ist, sie aber nie gewonnen hat, ist die Dakar trotz der verschiedenen Schauplatzwechsel "nach wie vor das größte Abenteuer im Motorsport". "Es gibt nichts Vergleichbares."

Bei den Autos darf man vor allem darauf gespannt sein, ob Stephane Peterhansel seine unglaubliche Serie fortsetzen kann. Der mittlerweile 56-jährige Franzose hat nach sechs Motorrad-Siegen und seinem achten Sieg bei den Autos im vergangenen Jänner schon 14 Dakar-Triumphe in der Tasche. Er ist damit in beiden Disziplinen Rekordsieger der Dakar. Peterhansel startet 2022 erstmals auf Audi.

Quelle: APA

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