Salzburger Festspiele

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Viele Ausstellungen in Salzburg

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Rauschenberg und Kabakov im Karl-Böhm-Saal - Bill Viola im Museum der Moderne - Sean Scully bei Ropac - Eduard Angeli bei Welz - Ben Willikens bei Ruzicska - Lars Eidinger als Fotograf

Zur Festspielzeit gibt es traditionellerweise nicht nur musikalische und darstellende, sondern auch viel bildnerische Kunst in Salzburg. Mit einer in Kooperation mit der Galerie Thaddaeus Ropac realisierten Präsentation auf der Empore des Karl-Böhm-Saals, die für Festspielgäste vor Vorstellungsbeginn und in den Pausen zu sehen ist, mischen diesmal auch die Salzburger Festspiele selbst mit. Im Folgenden ein kursorischer Überblick über das Ausstellungsangebot.

Dass Dante Alighieris "Divina Commedia" im programmatischen Zentrum des Festspielsommers 2022 steht, hat die Salzburger Festspiele auch zu ihrer Ausstellung inspiriert. Zu sehen ist eine Installation mit einer Mappe aus Offset-Lithografie-Faksimiles aus dem "Inferno"-Teil des Dante-Zyklus von Robert Rauschenberg (1925-2008), in dem der US-Künstler Dantes Gedicht in die visuelle Umgangssprache des zeitgenössischen Amerika übersetzte. Als Kontrapunkt wird dem "The Flying Komarov", die Projektion einer Videoarbeit von Ilya und Emilia Kabakov gegenübergestellt, die für die Künstler "eine Utopie der Glückseligkeit, ein Zustand des ewigen Schwebens, Schweben zwischen Himmel und Erde, zwischen Traum und Wirklichkeit" bedeutet. Die Kabakovs wurden in der heutigen Ostukraine geboren und emigrierten in den 1980er-Jahren in die USA.

Der US-amerikanische Videokünstler Bill Viola ist - neben der noch bis 4. September laufenden Ausstellung der Künstlergruppe "Die Damen" - im Museum der Moderne am Mönchsberg zu sehen. Seine Personale sei die erste museale Einzelpräsentation in Österreich, heißt es, seine Bildwelten seien immersive Erlebnisräume, die "durch ihre kontemplative Balance überzeugen und durch ihre unmittelbare Emotionalität und bildnerische Vehemenz überwältigen".

Neben Marcel Duchamp und Stephan Balkenhol setzt Galerist Thaddaeus Ropac heuer auf den 1945 in Dublin geborenen amerikanischen Künstler Sean Scully. Seine Ausstellung "The Shadow of Figuration", die am Samstag (23. Juli) in der Villa Kast eröffnet wird, umfasst großformatige Bilder aus Werkserien wie "Wall of Light" und "Landline" sowie eine Auswahl von Arbeiten auf Papier. Zudem ist im Außenbereich der Galerie die monumentale Skulptur "Indoor Sleeper" zu sehen. Ebenfalls am Samstag wird eine Ausstellung mit aktuellen Arbeiten des 80-jährigen Wiener Malers Eduard Angeli in der Galerie Welz eröffnet. "Die Melancholie als Grundstimmung begleiten seine farbintensiven und lichtvollen Pastelle", wirbt die Galerie, die im ersten Stock Arbeiten weiterer zeitgenössischer Künstler und Werke der Klassischen Moderne zeigt, "in seinen Bildern genießt man den Augenblick des Innehaltens."

"Die Auswirkungen der frühen Wiener Moderne auf die Wiener Nachkriegsavantgarde, insbesondere auf den Wiener Aktionismus", stehen ab 27. Juli im Mittelpunkt einer Ausstellung der Galerie Wienerroither & Kohlbacher in den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde in der Kollegienkirche. "Insbesondere die intensive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper und den vielfältigen Dimensionen körperlicher wie psychischer Erfahrung stehen dabei im Mittelpunkt der Arbeiten von Gustav Klimt, Egon Schiele, Günter Brus oder Franz West." Eine kleine Sonderschau gilt dem österreichischen Steinbildhauer Karl Prantl (1923 - 2010).

Ben Willikens, der 1939 in Leipzig geborene ehemalige Rektor der Münchner Kunstakademie, der im Frühjahr eine große Albertina-Ausstellung hatte, wird ab Freitag in der Galerie Nikolaus Ruzicska präsentiert, der Malerin Franziska Maderthaner gilt ab 30. Juli eine Ausstellung in der Galerie Trapp. Ihr zehnjähriges Bestehen feiert die Galerie Frey ab 26. Juli mit Werken aller Künstler, die in den vergangenen zehn Jahren in Salzburg ausgestellt haben und die von der Galerie vertreten werden.

"My One and Only" heißt die von Stephan Stoyanov kuratierte und um das Hauptthema der Liebe in all ihren Facetten kreisende Ausstellung im MAM Haus am Ignaz Rieder Kai und im Skulpturengarten, während unter dem Titel "Inspire Me" in der Galerie am Residenzplatz "8 selected masterpieces" gezeigt werden. Ganz ähnlich, nämlich "Masterpieces of Art", heißt die Ausstellung der Grazer Galerie Reinisch, die am 25. Juli in der Getreidegasse 12 ein temporäres Kunsthaus eröffnet. Dazu gehört auch der Reinisch Art Club, zu dessen Eröffnung am 29. Juli "Jedermann" Lars Eidinger "als heißester DJ in Mitteleuropa am coolsten Platz der Stadt" auflegen wird.

Eidinger hat auch selbst eine Ausstellung in der Mozartstadt. Bereits morgen, Freitag, eröffnet er in der Leica Galerie eine Auswahl seiner Fotografien. "Warum nicht dem Schauspieler, Fotografen und DJ Lars Eidinger eine Leica M11 in die Hände geben und sehen was dabei rauskommt? Das Ergebnis hat uns gefallen und wie nicht anders erwartet wurde es: Kunst", verheißt die Ankündigung. Der Titel "Black & White Thinking" spiele auf die Tendenz zum Schwarz-Weiß-Denken an, das "uns davon abhält, die Welt so zu sehen, wie sie oft ist: komplex, nuanciert und voller Zwischentöne", so der Multikünstler. "Meine Bilder stehen in der Tradition des Objet Trouvé. Die Motive finde ich so vor. Ich inszeniere oder manipuliere sie nicht. Sie sind allgegenwärtig, aber wenn man sich ihnen verschließt, bleiben sie im Verborgenen. Mich interessiert das Unsichtbare, das, was sich hinter der Illusion verbringt, das Verdeckte."