Totale Mondfinsternis am Mittwochabend

Erde schiebt sich zw. Sonne und Mond

Totale Mondfinsternis am Mittwochabend

Schon zum zweiten Mal hat das Jahr 2011 den Finsternisbeobachtern etwas zu bieten: Nach der partiellen Sonnenfinsternis zu Jahresbeginn steht am Mittwoch eine totale Mondfinsternis bevor. Obwohl der Mittwoch leicht unbeständig und teils gewittrig verläuft, sind die Beobachtungschancen vor allem im östlichen Flachland und im Donauraum gar nicht so schlecht „Die Totalität dauert immerhin über eineinhalb Stunden, das erhöht die Chance, dass sich der Mond während dieser Zeit zumindest ab und zu in einer Wolkenlücke zeigt“ sagt Michael Beisenherz vom Wetterdienst UBIMET im Antenne Salzburg Interview.

Nachlassende Gewittertätigkeit

Wer die Mondfinsternis beobachten möchte ist im östlichen Flachland sowie im Donauraum am günstigsten dran, nicht nur wegen der freien Sicht nach Südosten, sondern auch wegen des Wetters. Hier sind nachmittags nur vereinzelt Gewitter unterwegs, und auch diese klingen abends rasch ab. „Für Wien und weiter östlich kann man die Wahrscheinlichkeit, den Mond während der totalen Finsternis zu sehen, bei über 75 % ansetzen“, so die Einschätzung der Wetterexperten bei UBIMET. Auch im westlichen Donauraum sowie im Südosten hat man eine rund 75-prozentige Chance, den roten Mond längere Zeit zu erblicken. Im Westen und generell im Bergland sieht es etwas schlechter aus. Mit freiem Blick nach Südosten und Geduld beim Warten auf passende Wolkenlücken besteht aber auch hier noch zu etwa 50 % die Möglichkeit für einen Blick auf das Ereignis.

Tief im Südosten

Der Mond steht während der gesamten Finsternis tief am südöstlichen Horizont, auch wenn er während des Ereignisses langsam etwas höher steigt. Einerseits erschwert das die Beobachtung vor allem im Bergland erheblich. „Ein freier Blick in Richtung Südosten ist unbedingt erforderlich, schon daher ist der Osten des Landes begünstigt“ gibt man bei UBIMET zu bedenken. Zum anderen wirkt der Mond subjektiv am Horizont stimmungs- und eindrucksvoller als hoch am Himmel.

Dunkelroter Vollmond

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond eintreten, wenn die Erde auf der Linie zwischen Sonne und Mond steht und ihren Schatten auf den Mond wirft. Er steht der Sonne zur Finsternis am Himmel damit genau gegenüber und geht auf, wenn die Sonne untergeht. Für Wien ist das am Mittwoch um 20:48 Uhr der Fall, der Mond zeigt sich als Sichel, aber um den verdunkelten Teil zu erkennen ist es um diese Zeit noch zu hell. Um 21:22 Uhr ist schließlich die Totalität erreicht, der letzte Rest hellen Lichts am Rand verlischt und der Mond zeigt sich als dunkel kupferfarbene Scheibe. Kurz nach 23 Uhr tritt der Rand des Mondes aus dem Schatten, erneut erscheint eine Sichelform bis schließlich nach Mitternacht der Vollmond am Himmel strahlt.

Astronomische Zeittafel

19:23 Uhr: Mond tritt in den Halbschatten der Erde (vom Mond aus gesehen beginnt die Erde sich vor die Sonne zu schieben, von der Erde aus ist davon nirgends etwas zu bemerken)
20:23 Uhr: Mond tritt am Rand in den dunklen Kernschatten der Erde. In Österreich noch unsichtbar.
20:45 bis 21:13 Uhr: von Ost nach West Mondaufgang in Österreich (gleichzeitig mit Sonnenuntergang)
21:22 Uhr: Beginn der totalen Verfinsterung, Mond wird vollständig vom Kernschatten erfasst
23:03 Uhr: Totalität zu Ende, der Rand des Mondes wird wieder vom direkten Sonnenlicht getroffen
00:03 Uhr am 16. Juni: Der Kernschatten der Erde verlässt den Mond, Vollmond scheint am Himmel
01:02 Uhr: Auch der Halbschatten verlässt den Mond (von der Erde aus nicht zu beobachten)

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