09. April 2020 11:33
Salzburg
Todesfälle auf 21 gestiegen
Melde-Portal nicht nur für Seniorenheime, sondern auch für Asylunterkünfte.
Todesfälle auf 21 gestiegen
© oe24

Im Bundesland Salzburg hat sich die Zahl der Personen, die mit oder an einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, auf 21 erhöht. Zuletzt hat das Uniklinikum Salzburg den Todesfall einer 71-jährigen Frau gemeldet. Bis Donnerstag um 7.30 Uhr wurden in Salzburg 1.148 Personen positiv getestet, das ist im 24-Stunden-Vergleich ein Plus von elf Erkrankten, informierte das Landes-Medienzentrum.

Am Donnerstagvormittag wurden 93 Patienten im Krankenhaus betreut, davon 19 auf der Intensivstation. 449 Personen sind mittlerweile wieder gesund.

Nachdem sich Corona-Infektionen in Seniorenwohnheimen gehäuft haben - in neun Heimen sind 32 Bewohner und 23 Mitarbeiter an dem Virus erkrankt - hat das Land Salzburg einen Versorgungsplan erarbeitet und ein Meldeportal für die Einrichtungen installiert. "Durch das Meldesystem können wir rasch handeln und die Seniorenwohnhäuser sofort, wenn nötig, mit der entsprechenden Schutzausrüstung versorgen, können etwaige Personalengpässe abfedern und haben einen aktuellen Überblick über die Situation in den Einrichtungen", erklärte Sozialreferent LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne).

In Kürze wird dieses Portal erweitert. Es steht dann auch den stationären und halbstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie für Asylunterkünfte zu Verfügung. All diese Einrichtungen werden nach Bedarf mit Schutzausrüstungen versorgt, die über die Salzburger Landeskliniken angefordert und vom Roten Kreuz verteilt werden. Diese Maßnahmen würden die Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser entlasten, erläuterte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP).

Pflegebedürftige Salzburger, die an dem Coronavirus schwer erkrankt sind, werden im Covid-Haus des Uniklinikums Salzburg behandelt. In der Landesklinik St. Veit im Pongau stehen zudem 300 Betten bereit, für Menschen mit Pflegebedarf und mit Behinderungen bei einem leichteren Krankheitsverlauf. "Damit wird auch hier die ärztliche und pflegerische Begleitung sichergestellt", erklärte Stöckl.

Je nach weiterer Entwicklung der Corona-Krise ziehe man auch in Betracht, das Internat der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck (Pinzgau) als temporäre Pflegeeinrichtung für an Covid-19 erkrankte Senioren ins Leben zu rufen. Mit Unterstützung des Tauernklinikums Zell am See werde das Internat senioren- und pflegegerecht adaptiert. Rund 800 Pinzgauer leben derzeit in Seniorenwohnhäusern. Das Konzept soll in den kommenden Tagen finalisiert werden.

In Salzburg gibt es laut Landes-Medienzentrum insgesamt 75 Seniorenwohnhäuser mit rund 5.200 Plätzen, 77 Quartiersstandorte für rund 1.000 Asylsuchende, 150 Einrichtungen für rund 1.000 Menschen mit Behinderungen sowie rund 39 stationäre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe für rund 400 Personen. In den Einrichtungen sind insgesamt rund 8.000 Menschen beschäftigt.