Thiem fightet Raonic nieder

Paris-Masters

Thiem fightet Raonic nieder

Wien-Sieger Dominic Thiem setzt seine Siegesserie auch in Paris fort! Der Niederösterreicher feierte seinen sechsten Sieg in Folge und zog damit ins Achtelfinale des Pariser Masters-1000-Tennisturniers ein. Bei seinem 7:6(5),5:7,6:4 gegen den Kanadier Milos Raonic agierte der Wien-Sieger äußerst souverän, obwohl er sich zehn Breakbällen gegenübersah. Doch Thiem wehrte bis auf einen alle ab, nutzte eine seiner wenigen Breakchancen in Satz drei zum entscheidenden 5:4.

Mit diesem Erfolg stellte der Weltranglisten-Fünfte im Head-to-Head mit Raonic auf 2:2, wobei der Niederösterreicher nun heuer die jüngsten beiden Duelle gewonnen hat. Die anderen beiden datieren aus dem Jahr 2016. Nach seinem Zweisatzerfolg erwartete Thiem als nächsten Gegner am Donnerstag den Sieger aus David Goffin (BEL-12) gegen Grigor Dimitrow (BUL). Gegen Goffin liegt Thiem im direkten Vergleich 3:7 zurück, wobei er die jüngsten drei Duelle jeweils 2017 verlor. Gegen Dimitrow steht es ausgeglichen 2:2.

Dass ein negatives Head-to-Head Thiem derzeit nicht in die Außenseiterrolle rückt oder ihn aus der Bahn wirft, hat der 26-Jährige zum Auftakt seines sechsten Antretens beim Hallen-Turnier in der französischen Hauptstadt erneut bewiesen. Schon in der vergangenen Woche beim Erste Bank Open gegen Jo-Wilfried Tsonga (FRA/0:2) und Fernando Verdasco (ESP/0:4) hatte es vor den jüngsten Duellen nicht gut ausgesehen, letztlich hieß der Sieger aber immer Thiem.

Zauberschläge gegen Aufschlagmonster

Thiem hatte lediglich einen Tag zur Vorbereitung um sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, während sein Gegner bereits ein gutes Match in den Beinen hatte. Trotzdem zeigte Thiem erstaunlichen Kampfgeist und beeindruckende Bälle wie hier:

"Aufschlagmonster" Raonic knallte Thiem ein Ass nach dem andren vor den Latz. Vor allem indoor auf Hardcourt kann Raonic jeden schlagen und geraten seine Aufschläge mit bis zu 235 km/h zu wahren Granaten. Thiem hatte keinen Zugriff auf Raonic' Aufschlaggmes, zeigte selbst aber solides und fehlerfreies Tennis mit einigen glanzvollen "Thiem-Momenten".

Zum besten Zeitpunkt holte sich der ÖTV-Star sein einziges Break, das ihm den Matchgewinn sicherte. In der entscheidenen Phase des Entscheidungssatzes nahm Thiem Raonic beim Stand von 4:4 den Aufschlag ab und servierte zum Matchgewinn aus.

Thiem in wichtigen Momenten immer hellwach

Thiem schien die Partie immer im Griff zu haben, auch wenn er gegen den starken Aufschläger von Weltranglisten-Position 32 mehrmals gegen einen Game-Verlust servierte. Bei 4:4 im zweiten Durchgang hätte der 26-Jährige den Sack zumachen können, drei Chancen darauf machte aber da Raonic zunichte. Der 28-Jährige servierte nicht weniger als 30 Asse, fabrizierte aber auch sieben Doppelfehler. Thiem hielt sich da mit 4 bzw. 2 jeweils eher zurück, überzeugte jedenfalls grundsätzlich beim Service.

Auch wenn Thiem vor der Partie angemerkt hatte, dass er in Hinblick auf die ATP-Finals ab Ende nächster Woche in London den Pariser Event eher nur mitnimmt, scheint der Vorjahres-Halbfinalist motiviert, wieder tiefer ins Turnier vorzudringen. Er machte zwar sechs Punkte weniger als Raonic, letztlich aber die wichtigeren. Nur 14 unerzwungene Fehler bei 35 gespielten Games sind ein Zeichen von spielerischer Güte. Um aber im Ranking auf Nummer vier vorzukommen, muss Thiem den Titel holen.

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