Teure Kinderbetreuung in Salzburg

Kürzen macht die Situation nur schlimmer

Teure Kinderbetreuung in Salzburg

Aufgrund der Halbierungen der Landeszuschüsse kommt es nun zu einer Mehrbelastung. "Kaum wo ist Kinder betreuen zu lassen so teuer wie in Salzburg", sagt AK-Präsident Pichler.

516 Kinderbetreuungseinrichtungen im Bundesland Salzburg nahm die AK für ihre Studie unter die Lupe, die heuer wieder in Kooperation mit dem Landesstatistischen Dienst erstellt wurde. Die klassische Betreuung in Kindergärten macht aktuell 44 Prozent davon aus. Während deren Zahl in den vergangenen fünf Jahren annähernd stagnierte, stieg die Zahl der so genannten „alterserweiterten Betreuungseinrichtungen“.
AK-Präsident Siegfried Pichler: „Es ist erfreulich und geht in die richtige Richtung, wenn die Zahl der Betreuungsplätze steigt. Aber das muss noch schneller gehen, damit junge Familien auch wirklich etwas davon spüren – insbesondere was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft!“

Nur jede Vierte Einrichtung ermöglicht Vereinbarkeit mit Beruf

Noch dramatischer wird die Lage, wenn man den von der AK entwickelten Indikator für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heranzieht. Er setzt zum Beispiel mindestens 45 Stunden Öffnungszeit pro Woche und mindestens 9,5 Stunden an vier Wochentagen sowie ein Angebot fürs Mittagessen und maximal 5 Wochen Betriebsurlaub voraus. Aktuell entsprechen nur 26,2 Prozent aller Einrichtungen diesen Kriterien. Das sind sogar 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr.
Die meisten Kinder unter drei Jahren werden in der Stadt Salzburg betreut (24,7 Prozent).

Jetzt steigen die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter

Die größte Sorge der AK liegt derzeit aber im finanziellen Bereich. Aktuell müssen für Kinder ab drei Jahren mindestens 72 Euro und maximal 440 Euro an Beiträgen entrichtet werden. Diese Grenzwerte – für Kinder unter drei sind es statt 72 sogar 116 Euro – müssen selbst bei sozialer Staffelung der Betreuungsbeiträge eingehalten werden. Die daraus entstehende Belastung für viele Familien wurde bisher durch den einkommensunabhängigen Zuschuss des Landes von 25 bis 50 Euro abgefedert.

Kaum wo ist Kinderbetreuung so teuer wie in Salzburg

Das trifft umso mehr zu, weil in Salzburg im Bundesländervergleich schon jetzt hohe Gebühren für Kinderbetreuung zu zahlen sind.
"In Vorarlberg und Salzburg ist nur das letzte Kindergartenjahr bei Halbtagsbetreuung beitragsfrei – und das ist per Bundesgesetz vorgeschrieben“, sagt Stephanie Posch.
Im Schnitt kostet die Kinderbetreuung ohne die Berücksichtigung sozialer Staffelung oder von Geschwisterermäßigungen 59,38 Euro für einen Vierteltag pro Monat, 77,80 Euro für den Halbtag, 110,51 Euro für einen Dreivierteltag und 138, 18 Euro für Ganztagsbetreuung. Dazu kommen Kosten von durchschnittlich 2,93 Euro pro Mahlzeit: 57,30 Euro im Monat.

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