Strategien gegen kommende Wellen

Corona

Strategien gegen kommende Wellen

Artikel teilen

Pandemie bleibt unberechenbar

Salzburgs Landeshauptmann hat die Experten und Partner zu einer Sitzung eingeladen, um die Strategien für die kommenden Wochen und Monate noch einmal zu manifestieren und „ich habe den Auftrag gegeben, diese je nach Lage und ab sofort umzusetzen“, so Wilfried Haslauer, der hinzufügt: „Es ist und bleibt eine schwierige Gratwanderung, denn wir haben es mit einem unberechenbaren Virus zu tun. Unser Plan kann daher nur sein, möglichst flexibel auf allen Ebenen vorbereitet zu sein. Und: Wir müssen uns auf die Mithilfe sowie Akzeptanz der Bevölkerung verlassen können.“

Haslauer: „Drei Hauptziele der Covid-Strategie.“

Der Bund hat vier Szenarien festgelegt, sie reichen von Virus-Varianten mit sehr wenigen schweren Krankheitsverläufen bis hin zu vielen Menschen, die mit einer Covid-Erkrankung im Spital oder gar auf der Intensivstation behandelt werden müssen. „Unsere Ziele in Salzburg, natürlich immer in Abstimmung mit dem Bund, sind ganz klar: Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitssystems, Schutz der gefährdeten Gruppen wie alte Menschen und chronisch Kranke sowie die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens, also der kritischen Infrastruktur“, fasst Haslauer zusammen.

Eigenverantwortung wird entscheidend

In den vergangenen zweieinhalb Jahren Pandemie habe man laut Landeshauptmann Haslauer viel gelernt, es gibt mittlerweile die Schutzimpfung und Medikamente. „Unsere Experten in Salzburg aber auch mein internationales Beratergremium sind sich einig, dass wir - wenn irgendwie möglich - aus dem Krisenmodus in einen gewissen Alltag kommen müssen. Denn: Diese Sommer- und Herbstwelle werden nicht die letzten sein. Die Bevölkerung weiß inzwischen viel über das Virus - es wurde ja intensiv aufgeklärt - und auch über die effektiven Schutzmaßnahmen wie FFP2-Maske tragen ist viel bekannt. Die Eigenverantwortung wird deshalb entscheidend sein“, so Haslauer.

Gruber-Juhasz: „Schutz gefährdeter Personen.“

Nicht müde, auf den Schutz gefährdeter Gruppen, hinzuweisen, wird Landessanitätsdirektorin Dr. Petra Gruber-Juhasz: „Es gibt Medikamente, die besonders gefährdete Personen vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen können. Diese werden von den Salzburger Ärztinnen und Ärzten auch schon eingesetzt. Besser ist es natürlich, schon vorbeugend zu handeln und sich durch die Impfung zu schützen. Ich appelliere besonders auch an ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen, sich impfen und auffrischen zu lassen. An alle anderen die dringende Bitte: Die gefährdeten Gruppen durch sorgsames Verhalten schützen!“

Schinnerl: „Managementplan für alle Fälle.“

Dass die Vorbereitungen für den Herbst jetzt schon im Sommer aktiviert werden, bestätigt der Leiter des Corona-Managements Oberst Peter Schinnerl. „Wir haben gemeinsam mit allen Partnern wie Bezirksverwaltungsbehörden, Vertragspartner und in der Landesverwaltung auf Basis des Variantenmanagementplans des Bundes eine detaillierte Umsetzungsstrategie für Salzburg erstellt. Diese je nach Infektionslage und Situation in den Spitälern angepassten Strategien werden konsequent angewandt. Sie werden für uns in den kommenden Wochen, aber auch im Herbst ein Leitfaden sein, uns die Möglichkeit geben, flexibel zu bleiben. Eines möchte ich besonders betonen: Ohne Mithilfe der Bevölkerung wird es nicht gehen. Und ich garantiere: Wir ergreifen in Abstimmung mit den Experten so wenige Maßnahmen wie möglich, aber so viele wie nötig.“

Sofortmaßnahmen

Da sich die Corona-Sommerwelle bereits aufbaut und sich auch die Zahl der Covid-Patienten in den Spitälern innerhalb kurzer Zeit verdoppelt hat, ergreift das Bundesland Salzburg Sofortmaßnahmen.

Verstärkung des Abwasser-Monitorings, das vor allem in den Tourismusregionen noch engmaschiger durchgeführt wird, um rechtzeitig bei steigenden Infektionszahlen gezielt und regional Maßnahmen setzen zu können.
Weiter Fokus auf die behördlichen Corona-Tests, um eine Infektion schnell zu erkennen und weitere Ansteckungen zu vermeiden. Hier kommen weiterhin Teststraßen und mobile Teams zum Einsatz. Verdachtsfälle werden so rasch abgeklärt und auch die niedergelassenen Ärzte wieder verstärkt eingebunden.
Aufrechterhaltung der kostenlosen Corona-Testmöglichkeiten zur Selbstüberprüfung.
Vorhalten des Personals für das Contact Tracing und das Absondern bestätigt infizierter Personen. Es wird nach dem bereits bewährten Stufenplan vorgegangen und das System aus zentralem und dezentralem Contact Tracing fortgesetzt.
Die Corona-Schutzimpfung kann auch aktuell jederzeit und wohnortnahe in ganz Salzburg verabreicht werden. Rund 300 Arztpraxen stehen zur Verfügung und die Impfstraßen. Der erhöhte Bedarf im Spätsommer und Herbst wird laut Corona-Manager Oberst Schinnerl abgedeckt. Die Impfung schützt bestätigt vor einem schweren Krankheitsverlauf und verhindert bestmöglich einen Spitalsaufenthalt.

Zusatzmaßnahmen für den Herbst

Die Spitäler bereiten sich mit einer eigenen „Infektionsstation“ vor und werden auch dezentral Covid-Patienten behandeln.
In den Seniorenwohnhäusern werden Vorkehrungen getroffen, um infizierte Bewohner vor Ort versorgen zu können. Die Testorganisation wird in Zusammenarbeit mit den Apotheken vereinfacht.

Eigenverantwortung gegen das Virus

Das Land Salzburg geht also vorbereitet in die nächsten Wochen und Monate, ein Faktor wird aber entscheidend sein, darin sind sich die Experten einig: Eigenverantwortung. „Ich als Medizinerin hoffe auf Rücksicht und Vernunft. Wenn ich Symptome habe, bleibe ich zu Hause und melde mich zum behördlichen Test an. Nach der Teilnahme an großen Zusammenkünften oder nach der Rückkehr aus dem Urlaub verhalte ich mich beim Besuch von vulnerablen Personen vorsichtiger, achte auf die bekannten Hygieneregeln und mache vielleicht auch zusätzlich einen Test. Ich hole mir rechtzeitig die Schutzimpfung. Diese Eigenverantwortung kann keine Verordnung ersetzen. Und wenn sie jeder von uns wahrnimmt, bräuchten wir alle weniger Vorschriften, die das Leben in einer gewissen Form immer einschränken“, so Landessanitätsdirektorin Dr. Gruber-Juhasz.

Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲