So starb der IS-Chef

al-Baghdadi ist tot

So starb der IS-Chef

Überaus anschaulich hat Donald Trump den Einsatz von US-Spezialkräften geschildert, der zum Tod des IS-Chefs Abu Bakr al-Baghdadi führte. Vielleicht gab der US-Präsident sogar mehr Details preis, als seinen Geheimdiensten recht ist - weil sich daraus womöglich Rückschlüsse auf die Quellen ziehen lassen, aus denen die Informationen über das Versteck des meistgesuchten Mannes der Welt stammten.

Trump verfolgte den Einsatz nahe dem nordwestsyrischen Ort Barisha im Grenzgebiet zur Türkei vom "Situation Room" im Weißen Haus aus. Er war dabei von Verteidigungsminister Mark Esper, seinem Sicherheitsberater Robert O'Brien und mehreren Generälen umgeben. Alles sei so klar zu sehen gewesen wie in einem "Film", sagte Trump. Der Extremistenchef tötete sich selbst, indem er in einem Tunnel eine Sprengstoffweste zündete.

Aufenthaltsort bereits seit Wochen bekannt

Der Aufenthaltsort von al-Baghdadi war nach Angaben des US-Präsidenten bereits vor einigen Wochen ausfindig gemacht worden. Der Einsatz sei mehrfach verschoben worden, weil der IS-Chef zwischenzeitlich einen Wechsel des Aufenthaltsorts erwogen habe.

Acht US-Militärhubschrauber flogen dann in der Nacht zum Sonntag zu dem Versteck. Von wo aus, sagte Trump nicht. Der Anflug dauerte laut seiner Schilderung 70 Minuten und führte durch russisch kontrollierten Luftraum. Russland genehmigte demnach den Durchflug.

Bei ihrer Landung gerieten die US-Soldaten aus dem Gebäude heraus unter Beschuss. Laut Trump erwiderten die Soldaten noch aus den Helikoptern heraus das Feuer und konnten so den feindlichen Beschuss "unverzüglich" stoppen. Die Soldaten sprengten dann Löcher in die Seite des Gebäudes und stürmten hinein. Durch die Eingangstür hätten sie nicht eindringen wollen, da diese mit Sprengfallen ausgestattet gewesen sei.

"Wimmernd und weinend und schreiend"

Baghdadi sei in einen Tunnel geflüchtet, dabei die ganze Zeit "wimmernd und weinend und schreiend", sagte Trump. Hunde hätten ihm nachgehetzt. Der IS-Chef zerrte dem Präsidenten zufolge drei seiner kleinen Kinder mit sich und damit in den "sicheren Tod". Denn der Tunnel habe keinen Ausgang gehabt, und der IS-Chef habe dies gewusst. Am Ende des Tunnels zündete Baghdadi demnach dann seine Sprengstoffweste und tötete damit auch seine drei Kinder.

Baghdadi sei "wie ein Hund" und "wie ein Feigling" gestorben, sagte Trump. Mitgeflogene Labortechniker hätten vor Ort Tests zur Identität des Toten vorgenommen. Dabei habe sich bestätigt, dass es sich um den IS-Anführer handelte.

Während des zweistündigen Einsatzes töteten die US-Soldaten laut Trump eine "große Zahl" von IS-Kämpfern. Auch habe es mehrere Festnahmen gegeben. Elf andere Kinder, die sich in dem Anwesen aufgehalten hätten, seien unverletzt herausgeholt worden. Ob darunter weitere Kinder Baghdadis waren, blieb zunächst unklar.

Auch fanden die US-Militärs in der Anlage nach Angaben des US-Präsidenten wertvolles Material über die Jihadistenmiliz und deren "Zukunftsplanungen". Für die US-Spezialkräfte verlief der Einsatz glimpflich: Keiner der Soldaten wurde getötet oder verletzt. Allerdings wurde einer der Hunde der US-Armee verletzt, als Baghdadis Weste explodierte und der Tunnel einstürzte, wie Trump mitteilte.
 

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