So lief das erste Treffen

Historischer Gipfel zwischen Trump & Kim

So lief das erste Treffen

US-Präsident Donald Trump hat sich nach dem ersten Gespräch mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un beim Gipfel in Singapur optimistisch gezeigt. "Gemeinsam werden wir uns der Sache annehmen. Wir werden es lösen", sagte Trump am Dienstag an Kim gerichtet zu Beginn eines zweiten Gesprächs in größerer Runde. Der Gipfel hatte in freundlicher Atmosphäre mit einem langen Händedruck begonnen.
 
Trump äußerte anschließend in einem kurzen Statement vor laufenden Kameras die Erwartung, dass der Gipfel zu einem "großartigen Erfolg" werden werde. Auch gehe er davon aus, dass er eine "großartige Beziehung" zu Kim haben werde. Daran habe er "keinen Zweifel", sagte der US-Präsident. Unmittelbar vor den Beratungen hatte Trump getwittert: "Wir werden bald alle wissen, ob es anders als in der Vergangenheit einen wirklichen Deal geben kann oder nicht."
 
Der nordkoreanische Machthaber sagte seinerseits, der Weg zu diesem Treffen sei "nicht leicht" gewesen. Im Weg gestanden hätten "die alten Vorurteile und Praktiken". Doch seien diese Hindernisse überwunden worden, "und wir sind heute hier". Trump pflichtete den Bemerkungen seines Gesprächspartners bei: "Das ist wahr."
 

Freundliche Begegnung

Der rund 15 Sekunden lange Händedruck für die Geschichtsbücher wurde von weiterer freundlicher Körpersprache begleitet: Die beiden Staatenlenker fassten sich gegenseitig an die Arme und lächelten. Nach ihrer Begrüßung und den Statements für die Medien zogen sich Trump und Kim zu einem Vier-Augen-Gespräch zurück, bei dem sie nur eine Übersetzerin und einen Übersetzer an ihrer Seite hatten.
 
Dieses Auftaktgespräch endete nach rund einer Dreiviertelstunde. Direkt danach begannen Gespräche in erweiterter Runde, an denen die Berater beider Staatenlenker dabei waren. Die Gespräche liefen "sehr, sehr gut", sagte Trump nach dem ersten Vier-Augen-Gespräch mit Kim. "Exzellentes Verhältnis", betonte der US-Präsident.
 
 Bei dem Gipfel geht es um den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals und die Friedensperspektiven auf der koreanischen Halbinsel. Es ist das erste Mal, dass sich ein amtierender US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber treffen.
 

Nicht unumstrittenes Treffen

Jahrzehntelang galt eine derartige Begegnung als undenkbar, doch Trump hatte sich im März überraschend zu einem Gipfel bereit erklärt. Trumps Vorgänger verfolgten stets die Linie, es könne kein Treffen mit einem Herrscher aus Pjöngjang geben, ohne dass dieser zuvor offiziell von seinem Rüstungs- und Atomprogramm ablässt. Die früheren US-Präsidenten scheuten sich überdies, den Machthaber des international isolierten Landes diplomatisch derart aufzuwerten wie es Trump nun tut.
 
Die Strategie Trumps ist nicht unumstritten. So kamen in US-Medien Zweifel auf, ob die USA bei dem Gipfel entscheidende Fortschritte erzielen könnten. Nahrung erhielten die Spekulationen durch eine Aussage des US-Präsidenten, er werde bereits am Dienstagabend wieder nach Washington fliegen. In früheren Planungen war von Mittwoch die Rede gewesen.
 
In einem wütenden Tweet wies Trump in der Früh seine Kritiker zurecht. "Wir haben unsere Geiseln (zurück), die Tests, die Forschung und alle Raketenabschüsse sind gestoppt", schrieb Trump. "Und diese Experten, die mir von Anfang an Fehler vorwarfen, haben nichts anderes zu sagen", fuhr er fort. "Wir werden okay sein." Mit dem Hinweis auf die Geiseln bezog sich Trump auf drei US-Bürger, die im Mai aus der Haft in Nordkorea freigelassen worden waren.
 

Vollständige Denuklearisierung

"Eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel ist das einzige Ergebnis, das die USA akzeptieren werden", gab Außenminister Mike Pompeo als Messlatte vor. "Wenn sich die Diplomatie nicht in die richtige Richtung bewegt, werden die Sanktionen verschärft." Nach dem Eklat am Wochenende auf dem Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7) in Kanada stand Trump zusätzlich unter Druck, einen Erfolg zu erreichen.
 
 Nordkorea wünscht starke Sicherheitsgarantien durch die USA sowie eine Aufhebung der scharfen Sanktionen, die die Vereinten Nationen und auch die USA auch einseitig als Reaktion auf seine Atom- und Raketentests verhängt haben. In einem Entgegenkommen hatte Kim im April einen Atom- und Raketenteststopp erklärt und verkündet, sich künftig auf die Wirtschaftsentwicklung konzentrieren zu wollen. Politisch will das Land diplomatische Beziehungen zu den USA. So könnte in Singapur die Eröffnung einer US-Vertretung in Pjöngjang verkündet werden.

Anständiger Kim kam sieben Minuten vor älterem Trump

Kim Jong-un ist zum Gipfeltreffen mit Donald Trump in Singapur nach südkoreanischen Angaben sieben Minuten vor dem US-Präsidenten eingetroffen. Koreanische Medien interpretierten dies als eine Höflichkeitsgeste.
 
In Korea hat der Jüngere zweier Gesprächspartner als erster zu erscheinen, dies gebietet der Anstand. Nach der Zeitmessung von US-Reportern hat der anschließende Handschlag zwischen Kim und Trump exakt 13 Sekunden gedauert.
 

Nordkoreas Machthaber weicht Abrüstungsfragen aus

Auf dem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump in Singapur ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un Fragen nach atomarer Abrüstung mehrfach ausgewichen. Beim Gang zu einem weiteren Gespräch reagierte Kim drei Mal nicht auf entsprechende Reporterfragen. Den zweimaligen Zuruf "Werden Sie denuklearisieren?" ignorierte er ebenso wie den anschließenden Zuruf "Herr Kim, werden Sie Ihre Atomwaffen aufgeben?"
 
Die Zukunft des nordkoreanischen Atomprogramms gehört zu den zentralen Fragen des Treffens. Mit dem Wort "Denuklearisierung" ist im engeren Sinne atomare Abrüstung gemeint.
 
 äußerte sich zu Beginn der erweiterten Gesprächsrunde beim Gipfel zuversichtlich zu den Einigungschancen. "Ich glaube, das ist ein guter Auftakt für Frieden", sagte er. Zuvor hatte bereits Trump Optimismus versprüht und an Kim gerichtet gemeint: "Wir werden es lösen."
 

Erstes Gespräch in größerer Runde beendet

Auf dem Gipfel zwischen den USA und Nordkorea haben beide Seiten das erste Gespräch in größerer Runde beendet. An dem Treffen unter Leitung von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nahmen unter anderem die Außenminister beider Seiten teil.
 
Anschließend wollten die Delegation zu einem Mittagessen zusammenkommen. Ob es Fortschritte bei den strittigen Fragen gab, wurde zunächst nicht bekannt. Der Gipfel soll nach bisheriger Planung bis in den Nachmittag (Ortszeit) dauern.
 
Nach ihrem ersten Vier-Augen-Gespräch hatten sich die beiden Spitzenpolitiker optimistisch gezeigt. Trump sprach von einer "guten Beziehung", die er zu Kim habe. Dieser sagte, es sei ein guter "Auftakt für Frieden".
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