So hat Österreich gewählt*

EU Wahl

So hat Österreich gewählt*

Die erste Exit Poll ist da. oe24.TV und Research Affairs haben 700 Personen gefragt. Mit 35 Prozent legt die ÖVP laut der Nachwahlbefragung einen Erdrutschsieg hin. Die SPÖ liegt mit rund 24 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Die FPÖ bekam die Auswirkungen der Ibiza-Affäre zu spüren und stürzte auf 18 Prozent ab.

Die Grünen kommen bei dieser Exit Poll auf sensationelle 12 Prozent und die Neos auf 9 Prozent. Die Liste Jetzt schafft es hier lediglich auf 1 Prozent der Stimmen. Schwankungsbreite liegt bei 3,8 Prozent.

Trendprognose: Zwei Mandate mehr für ÖVP

Die ÖVP hält laut der Trendprognose von ARGE Wahlen, SORA und Peter Hajek für APA, ORF und ATV künftig bei 7 Mandaten. Das bedeutet einen Zugewinn von zwei Sitzen im EU-Parlament gegenüber der Wahl 2014. Die SPÖ bleibt bei ihren 5 Mandaten, die FPÖ verliert einen Sitz und kommt künftig auf drei Sitze. Die Grünen büßen ein Mandat ein und halten bei zwei, die NEOS bleiben bei ihrem einen Sitz.

ÖVP sieht "starkes Vertrauensvotum für Kanzler Kurz"

Die ÖVP hat ihr Traumergebnis bei der EU-Wahl erwartungsgemäß als "starkes Vertrauensvotum für Kanzler Sebastian Kurz, der für Stabilität und Handlungsfähigkeit" gewertet, sagte Generalsekretär Karl Nehammer im ORF in Anspielung auf das bevorstehende Misstrauensvotum gegen Kurz im Nationalrat. Er sprach in einer ersten Reaktion von einem "guten Tag für Österreich und Europa".

Wahlbeteiligung enorm hoch

Die innenpolitischen Turbulenzen der vorigen Woche dürften einen durchaus überraschende Auswirkung haben: Sie haben die Wähler offenbar nicht abgeschreckt, sondern vermehrt zu den Urnen gebracht. Die Beteiligung dürfte deutlich steigen, möglicherweise - erstmals seit 1996 - wieder über 50 Prozent. Darauf deuten Vorwahlbefragungen und auch die hohe Zahl ausgestellter Wahlkarten (50 Prozent mehr als 2014) hin.

Die EU-Wahlbeteiligung war bisher immer die mit Abstand niedrigste aller Wahlen Österreich. Seit 1999 blieb immer mehr als die Hälfte der Wähler daheim. Um über 50 Prozent zu kommen, müsste sie um fast fünf Prozentpunkte steigen: 2014 nutzten 45,39 Prozent ihr Wahlrecht.

Unerreichbar scheint allerdings der Wert bei Österreichs EU-Premiere: Damals gingen 67,73 Prozent zur Wahl. Was aber immer noch deutlich niedriger ist als z.B. bei Nationalratswahlen. Da waren 74,91 Prozent im Jahr 2013 der bisher niedrigste Wert, 2017 stieg die Beteiligung stark wie nie zuvor auf 80,00 Prozent.

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