29. Dezember 2011 13:59
Tipps vom Fachmann
Silvester, der Albtraum für die Tiere

Wie jedes Jahr um diese Zeit machen sich alle Haustierbesitzer unter uns Gedanken: "Was tun mit Hund und Katz' zu Silvester." Wir haben die Tipps für Sie.
Silvester, der Albtraum für die Tiere
© AP Photo

Je näher der Jahreswechsel rückt, umso mehr Hektik und Stress macht sich bei uns und bei unseren Haustieren breit. Viele Hunde und Katzen reagieren verstört auf den ganzen Trubel und vor allem auf die Silvesterkracher. Der übermäßige Lärm und die die ungewohnten Lichtreflexe rufen bei den Tieren Angstsymptome wie Zittern, Durchfall und/oder ekstatisches Gebell, Miauen und Gejaule hervor.

Tipps vom Tierarzt

Bei besonders ängstlichen Hunden rät der Tierarzt zu Beruhigungstropfen, wie zum Beispiel Baldrian. Jedoch nicht der wässrige Baldrianextrakt der beim Menschen angewendet wird, sondern der ölige Baldrianauszug.

Bei Katzen hingegen sollen Bachblüten Tropfen eine verblüffende Wirkung zeigen.

Dringend beachten: Bei pflanzlichen und homöopathischen Mitteln muss man drei Tage vor Silvester mit der Verabreichung anfangen. Bis der Wirkspiegeln erreicht wird dauert es einige Tage.

Viele Hunde stimmen in der Silvesternacht auch gerne ein Heulkonzert an. Dazu rät der Tierarzt: „Bloß nicht darauf eingehen!“ Man solle sich davon nicht beunruhigen lassen, da der Hund so um Mitleid kämpft.

Ganz neu am Markt ist ein Milcheiweiß, das die Angst des Tieres um 40% mindern kann. Dieses Milcheiweiß ist eine neue Nahrungsergänzung, die mithilfe eines Extrakts aus dem Milcheiweiß Kasein, die Angst besiegen soll und den Stress nimmt. Leider ist dieses Präparat sehr teuer.

Für stark panische Hunde gibt es starke Medikamente die den Hund schläfrig machen und 12 – 24 Stunden anhalten. Hierbei setzen sie sich am besten mit ihrem Tierarzt in Verbindung. Der kann das passende Medikament für ihren Hund verschreiben. Was sie aber auf jeden Fall bei solchen Medikamenten beachten müssen: Lassen Sie ihren Hund nicht allein! Durch das Medikament könnte ihm schwindlig werden. Chemische Medikamente sollte man aber, wenn möglich, vermeiden. Sie sind nicht gerade empfehlenswert. Die Tiere stehen damit unter Drogen und sind der schlimmen Situation völlig hilflos ausgesetzt und im nächsten Jahr hat sich das Verhalten wahrscheinlich nur verschlimmert.

Die Tierärzte raten generell, dass man seine Haustiere am 31. Dezember genauso behandeln soll wie an jedem anderen Tag. Man soll ruhige Musik oder den Fernseher laufen lassen, alle Fenster gut verschlossen halten und wenn nötig das Tier mit seinem Lieblingsspielzeug ablenken.

Man kann den Hund aber auch an die Geräusche gewöhnen und somit die Angst nehmen. Solch eine Gewöhnungs- oder Desensibilierungsphase dauert mehrere Monate. Daher muss man bereits im Sommer mit der Desensibilisierung beginnen. Dazu gibt es spezielle CD’s die man den Hund vorspielen kann. Auf solch einer CD befinden sich Geräusche von Knallkörpern die man den Hund anfangs so vorspielt, dass er sie wahrnehmen kann aber dadurch nicht beunruhigt wird. Von Zeit zu Zeit wird das Volumen hochgedreht. Aber immer nur soweit, dass das Tier nicht beunruhigt wird.

Kennzeichnung

Auch wenn viele Hunde und Katzen bereits gechipt sind, ist es doch wichtig das man sein Haustier gerade zu Silvester auch noch mit Name, Adresse und Telefonnummer kennzeichnet. Denn sollte es doch passieren, dass der Hund oder die Katze durch den plötzlichen Lärm aufgeschreckt werden und davonlaufen, so hat man so die Chance sein geliebtes Haustier schneller wieder in die Arme schließen zu können, wenn es von jemandem gefunden wird.