Salzburg Luft

Unter ständiger Beobachtung

Salzburgs Luft wird genau erfasst

13 fixe Standorte, drei mobile Messanhänger, 90 Passivsammler und eine Viertelmilliarde Datensätze - so wird Salzburgs Luftgüte ständig erfasst und ausgewertet.

„Das Messnetz überwacht landesweit die Qualität unserer wichtigsten ‚Lebensgrundlage‘ und ist auch für künftige Aufgaben bestens gerüstet“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn nach einem Lokalaugenschein am Salzburger Rudolfsplatz, eine der ältesten Messstellen im Land.
„Mir ist es ein großes Anliegen, die Luftqualität in Salzburg stets im Auge zu behalten und alle nötigen Schritte einzuleiten, um die Feinstaubbelastungen zu reduzieren. Die Luftgüte ist ein ganz zentrales Element für unsere Gesundheit und Lebensqualität. Daher gilt mein Dank auch unserem Messnetz-Team, das die Salzburger Luft täglich genauestens unter die Lupe nimmt“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn

Feinstaub seit 20 Jahren unter genauer Beobachtung

Salzburg kann beim Feinstaub auf eine europaweit einmalig lange Messreihe des Rußanteils verweisen. Bereits im Jahr 2000 erkannte der damalige Messnetzleiter Peter Biebl, dass der Trend vom gesundheitlich besonders relevanten Rußanteil im Feinstaub genauer zu untersuchen ist. 20 Jahre später gibt es nun auf europäischer Überlegungen zur Aufnahme als „black carbon“ in die EU-Luftqualitäts-Richtlinie. Die viel diskutierten ultrafeinen Partikel werden im Nahbereich des Salzburger Flughafens seit Mitte 2016 gemessen. Sie sind kleiner als 100 Nanometer und mit der Größe von Viren vergleichbar.

Die Stationen: Permanent und mobil

Neben der Station am Rudolfsplatz inmitten des Verkehrs der Landeshauptstadt vom Stadtgartenamt optisch verschönert und in Blumen eingebettet, gibt es zwölf weitere Messstellen, die landesweit die Luftqualität erfassen. Mit drei mobilen Einheiten werden bei Bedarf Luftgütemessungen durchgeführt. Aktuell endete eine zweijährige Überprüfung in Lamprechtshausen, im Luftkurort Mariapfarr findet aktuell eine im Rahmen der Kurorte-Richtlinie statt. In Summe werden in der Datenbank des Luftgütemessnetzes rund 250 Millionen Datensätze gespeichert und ausgewertet.#

Kurzinterview mit „Mr. Luftgüte“

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit Alexander Kranabetter, Referatsleiter für Immissionsschutz beim Land, über die aktuelle Entwicklung gesprochen:
LMZ: Gibt es „neue“ Schadstoffe, die für die Luftgüte bedeutend sind?
Kranabetter: Seit dem Start des Luftgütemessnetzes Mitte der 1980er Jahre hat sich der Schadstoff-Schwerpunkt mehrmals verändert: Stand anfangs rund um die Diskussion um das Waldsterben vor allem Schwefeldioxid im Fokus, so sind es aktuell Stickstoffdioxid und Feinstaub.
LMZ: Wie gut ist das Land abgedeckt?
Kranabetter: Die Luftqualität wird im Land an unterschiedlich hoch belasteten Orten erfasst. Vom ländlichen Hintergrund, über Wohngebiete bis zu den autobahnnahen Hotspots wird ein breiter Bereich abgedeckt. Bei Bedarf, etwa bei Anrainerbeschwerden oder bei Großbaustellen, kommen die mobilen Messeinheiten zum Einsatz. Ergänzend erfassen an mehr als 90 Standorten Passivsammler Stickstoffdioxid.
LMZ: Wie hat sich die Situation beim Stickstoffdioxid entwickelt?
Kranabetter: Seit dem Dieselskandal hat sich bei Dieselautos sehr vieles zum Positiven gewendet. Die Emissionen der neusten Modelle entsprechen nun auch weitgehend den gesetzlichen Abgas-Vorschriften. Ab 2018 ist vor allem an verkehrsnahen Standorten ein rückläufiger Trend erkennbar, der sich 2020 durch weniger Verkehr aufgrund der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung verstärkt hat. Auch der Anteil der E-Mobilität wirkt sich immer mehr auf die Schadstoffentwicklung aus.

Quelle: Land Salzburg