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Salzburg hofft auf gute Milan-Generalprobe

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Jaissle: "Sieg wäre für das Gemüt sehr wichtig" - Wattener wollen nicht "kampflos das Feld räumen"

Erst das "Westderby", dann der erste "Königsklassen-Kracher": Bei Serienmeister Salzburg steht vor dem Duell mit der WSG Tirol am Samstag (17.00 Uhr) bereits alles im Zeichen von AC Milan. Gegen den italienischen Meister geht es drei Tage später um einen guten Start in die Champions League, weshalb Salzburgs Trainer Matthias Jaissle vor der Generalprobe in der 7. Runde der Fußball-Bundesliga einen ganz besonderen Auftrag an seine Truppe hat.

"Es ist die Aufgabe vom Trainerteam, die Mannschaft dafür zu sensibilisieren, dass erst einmal die WSG Tirol auf dem Programm steht", betonte Jaissle. Das Spiel gegen die Tiroler sei wichtig, "da gilt es, drei Punkte zu holen." Und Milan? Erst einmal zweitrangig, denn: "Es ist Liga-Alltag und letztendlich wollen wir Meister werden, um auch weiterhin die Chance zu haben, gegen so große Mannschaften wie Milan zu spielen."

In der Liga rangieren die "Bullen" nicht wie gewohnt an der Spitze, der LASK hat in den ersten sechs Spielen einen Punkt mehr gesammelt. Auch deshalb wäre ein Sieg gegen die WSG "für das Gemüt sehr wichtig", sagte Jaissle. "Wir werden das Spiel wie jedes Pflichtspiel mit voller Konsequenz und Engagement angehen. Das nächste Spiel muss immer im Fokus stehen." Innenverteidiger Oumar Solet ergänzte: "Wir dürfen uns davon nicht anstecken lassen und müssen mit unseren Gedanken voll und ganz bei der Tirol-Partie bleiben. Wie das geht, wissen wir ja bereits aus der letzten Saison."

Zumindest die Statistik spricht für die Jaissle-Elf: Sieben der letzten acht Bundesligapartien gegen die Tiroler gewannen die Mozartstädter, seit 29 Liga-Heimspielen sind sie ungeschlagen. Außerdem gab es am "Deadline Day" überraschend keine Abgänge mehr, aus kolportierten Leihgeschäften von Junior Adamu oder Roko Simic wurde nichts. Der Konkurrenzkampf im Bullen-Kader ist deshalb riesig, gegen die WSG wird aber wohl die beste Elf auf dem Platz stehen. "Es ist schon gut, wenn die Mannschaft die Abläufe innehat und jeder weiß, was der Nebenmann macht", sagte Jaissle mit Blick auf das Milan-Spiel.

Dass sich der kommende Saison zu Leipzig wechselnde Benjamin Sesko derzeit noch nicht in Torlaune befindet, bringt den Coach nicht ins Schwitzen. "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um ihn. Man muss allgemein aufpassen, dass man die jungen Spieler nicht zu viel unter Druck setzt", sagte der Deutsche über den 19-jährigen Slowenen: "Es ist ganz normal, dass es Formschwankungen gibt. Wenn bei ihm der Knoten platzt, ist er imstande, Großes zu leisten."

Um für die kommenden englischen Wochen bestens vorbereitet zu sein, gönnte Jaissle seinen Schützlingen am Donnerstag einen freien Tag. "Es ist eine der letzten Gelegenheiten in nächster Zeit, den Kopf noch einmal frei zu kriegen." Er könne mit seiner Truppe auch "kaum noch komplette Trainingseinheiten" abhalten, "wo vor allem taktisch gearbeitet werden kann".

Die Tiroler, in der Liga derzeit Sechster, freuen sich bei ihrem Gastspiel in Salzburg unterdessen auf "Champions-League-Atmosphäre". Trainer Thomas Silberberger hofft beim Ligakrösus trotzdem auf eine Überraschung. "Wir benötigen einen Traumtag und sie einen schlechten, das ist uns bewusst. Aber solche Spiele gibt es immer wieder. Wir fahren sicher nicht nach Salzburg, um kampflos das Feld zu räumen", sagte der Tiroler. Eine "Klatsche" will Silberberger jedenfalls keine kassieren. Allerdings müssen die Tiroler auf Nik Prelec und Sandi Ogrinec verzichten.