Reichelt beendet Ski-Karriere

40-jähriger ÖSV-Star sagt Servus

Reichelt beendet Ski-Karriere

Hannes Reichelt setzt einen Schlusspunkt unter seine herausragende Karriere. Der Super-G-Weltmeister von 2015 gab im Rahmen des Weltcupfinales in Lenzerheide am Mittwoch seinen Rücktritt bekannt.

Eigentlich wollte Reichelt erst im Sommer über seine Zukunft entscheiden. Nun rückte er mit seiner Entscheidung schon bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Mittwoch heraus: "Ich habe das Gefühl gehabt, dass nach 20 Jahren im Skiweltcup der Zeitpunkt gekommen ist, mich zu verabschieden", verkündete er sein Karriereende. Zuletzt habe sich der Vater eines 2019 geborenen Sohnes schwergetan, sich zu überwinden.

In Lenzerheide steht der Ski-Star auch am Donnerstag im Mittelpunkt. Obwohl nicht für das Weltcupfinale qualifiziert, wird er als Vorläufer im Super-G ein letztes Mal über die Rennpiste rasen. Und danach? "Ich habe mir immer vorgenommen, nach meiner Karriere studieren zu gehen", verriet Reichelt. Nachsatz: "Natürlich möchte ich auch dem Skisport in irgendeiner Form erhalten bleiben, wie genau weiß ich jedoch noch nicht."
Große Erfolge und Leidenszeiten in 20 Jahren Ski-Weltcup

Anfang dieses Winters wollte es Reichelt mit 40 Jahren noch einmal wissen. Nach einer schweren Knieverletzung (Kreuzbandriss samt knöchernem Ausriss des äußeren Kapselbandkomplexes) startete er in eine Comeback-Saison. Gute Ergebnisse blieben jedoch aus. Der Salzburger verpasste die WM in Cortina und zog sich bei den Heimrennen in Saalbach Anfang März eine neuerliche Knieverletzung zu.

 

Reichelt debütierte 2001 im Weltcup und blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Sein wohl größter Erfolg: Gold im Super-G bei der Weltmeisterschaft 2015 in Beaver Creek. 2011 hatte er in dieser Disziplin schon WM-Silber geholt. Darüber hinaus holte Reichelt die kleine Super-G-Kristallkugel in der Saison 2007/2008 und feierte 13 Weltcupsiege - den letzten im März 2017. Unvergessen sein Sieg in der Kitzbüheler Hahnenkammanfahrt 2014: Reichelt triumphierte sensationell trotz eines Bandscheibenvorfalls. "Ich blicke sehr stolz auf meine Karriere zurück", stellte der 40-Jährige fest.