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Produktfälscher haben schnell auf Pandemie reagiert

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EUIPO: Großteil der Waren stammt immer noch aus China - Herstellung innerhalb der EU nahm aber erheblich zu

Die Coronakrise hat auch der Produktpiraterie neuen Schub gegeben. "Kriminelle Netzwerke haben sich rasch an neue Chancen und die Nachfrage nach Produkten angepasst, die durch die Pandemie entstanden sind", heiß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der EU-Agentur für geistiges Eigentum (EUIPO) im südspanischen Alicante und von Europol hervor. Das betreffe zum Beispiel Masken und andere persönliche Schutzausrüstungen gegen eine Corona-Infektion.

2020 seien von EU-Behörden insgesamt 66 Millionen gefälschte Gegenstände beschlagnahmt worden, ein leichter Rückgang im Vergleich zum letzten Jahr vor der Pandemie.

Zwar kämen die meisten der Fälschungen und Nachahmungen weiterhin vor allem aus China und anderen asiatischen Ländern, aber die Herstellung solcher minderwertigen und zum Teil lebensgefährlichen Waren innerhalb der EU habe erheblich zugenommen. Darauf weise die gestiegene Zahl der an den EU-Außengrenzen beschlagnahmten gefälschten Verpackungsmaterialien und Vorprodukte für Fälschungen hin. Dies verdeutliche Ausmaß und Trends im Bereich der gefälschten Waren innerhalb der EU und unterstreiche die potenziell schweren Schäden für die Gesundheit der Verbraucher sowie für legal tätige Unternehmen, betonte EUIPO-Exekutivdirektor Christian Archambeau.

Die Fälscher würden zudem immer intensiver das Internet nutzen, um einerseits Teile und Vorprodukte zu beschaffen und andererseits gefälschte Waren in die Märkte zu drücken. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des EUIPO beliefen sich die Einfuhren gefälschter und unerlaubt hergestellter Waren im Jahr 2019 auf 119 Milliarden Euro, was 5,8 Prozent aller in die EU eingeführten Waren entspreche.

Es seien nicht nur gefälschte Kleidung, Accessoires und Luxusgüter beschlagnahmt worden, die immer noch den größten Anteil ausmachten, sondern auch gefälschte Arzneimittel, Lebensmittel, Getränke sowie auch Kosmetika oder Pestizide. Diese stellten eine besondere Bedrohung für die Gesundheit der Verbraucher dar. Kinder würden durch gefälschtes Spielzeug mit oft giftigen Inhaltsstoffen gefährdet. Auch der wirtschaftliche Schaden für die Unternehmen, deren Erzeugnisse gefälscht oder nachgemacht würden, gehe weiter in die Milliarden.

Quelle: APA