07. April 2017 16:23
Terror in Schweden
Polizei bestätigt: Stockholm-Attentäter gefasst
Ein Lastwagen raste in Stockholm in eine Menschenmenge, es gab viele Opfer.
Polizei bestätigt: Stockholm-Attentäter gefasst
© oe24

Die schwedische Polizei geht davon aus, dass bei dem Lkw-Anschlag in Stockholm der unter Terrorverdacht festgenommene Mann den Lastwagen steuerte. "Wir haben den Verdacht, dass der Mann, der festgenommen wurde, der Angreifer ist", sagte Polizeisprecher Lars Byström am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Mann handle es sich um den am Freitagabend in Märsta im Norden Stockholms Festgenommenen. Der Zeitung "Aftonbladet" zufolge ist es ein 39-jähriger Usbeke und Sympathisant der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der Mann steht unter Terrorverdacht, hieß es weiter. "Wir können nicht ausschließen, dass weitere Personen festgenommen werden, aber wir sehen keine Hinweise, dass eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht", sagte der Sprecher weiter. Bei dem mutmaßlichen Terroranschlag in der schwedischen Hauptstadt waren vier Menschen getötet und 15 verletzt worden.

 

In Stockholm wehten am Samstag nach dem Anschlag alle Flaggen auf halbmast. Das habe die Stadt gemeinsam mit dem Reichstag, der Regierung und dem Stockholmer Schloss entschieden, hieß es in einer Mitteilung. Im Besuchereingang des Rathauses soll zwischen 10.00 und 15.00 Uhr ein Kondolenzbuch ausliegen, in dem Bürger ihr Beileid bekunden können.

 

Vier Tote

Ein offensichtlich gekaperter Lastwagen war am Freitagnachmittag durch eine Einkaufsstraße in der Stockholmer Innenstadt gerast und in ein Kaufhaus gefahren. Dabei wurden nach bisherigen Angaben vier Menschen getötet und 15 andere verletzt, einige davon schwer. Unter den Verletzten sind auch Kinder.

Der Lastwagen war in der Nacht auf Samstag abgeschleppt worden und soll nun kriminaltechnisch untersucht werden. Der Tatort und die Umgebung bleiben bis auf weiteres abgesperrt.

Die schwedischen Behörden sind in Alarmbereitschaft. Zehn Tage lang sollen alle Ausreisenden an den Grenzen kontrolliert werden, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Freitagabend. Innenminister Anders Ygeman sagte dem schwedischen Rundfunk, die Kontrollen könnten um weitere 20 Tage verlängert werden. "Das ist natürlich wichtig, um einen Täter oder eventuelle Helfer daran zu hindern, das Land zu verlassen und sich einer Festnahme der Polizei zu entziehen."

Löfven verurteilte den Anschlag als verabscheuungswürdige Tat. "Schweden wird sich nicht durch diese abscheulichen Mörder einschüchtern lassen", betonte er.
 

 

Austropolitiker geschockt in Stockholms Innenstadt

Ex-Minister. Nach der Attacke wird jeglicher U-Bahn-Verkehr eingestellt. Polizeihubschrauber kreisen über dem Zen­trum, schwerbewaffnete Polizisten beziehen Stellung. Direkt neben dem Anschlagsort befindet sich auch das schwe­dische Parlament. Befürchtet wird, dass der Attentäter, wie der Killer von London, das Par­lament stürmen könnte. Die Polizei riegelt deshalb die Zugänge zum Parlament ab.

 

Großes Glück haben ös­terreichische Politiker, die in unmittelbarer Nähe des Anschlagsortes unterwegs sind. Unter den Mitgliedern des burgenländischen ÖVP-Landtagsklubs auch Ex-Minister Nikolaus Berlakovich. Er sagt zu ÖSTERREICH: „Menschen liefen geschockt durcheinander, es waren gespenstische Bilder. “