Peschorn wird Innenminister

Neue Regierung ist komplett

Peschorn wird Innenminister

Bis zuletzt liefen die Gespräche um die Besetzung des heikelsten Postens in der Regierung – des Innenministers. Die Parteien konnten sich dem Vernehmen nach zunächst auf keine Person einigen. Höchstrichter Gerhart Holzinger scheint wegen seines schwierigen Verhältnisses zu Bierlein nicht mehr in Frage zu kommen. So hieß es, dass der derzeitige Innenminister Eckart Ratz doch im Amt bleiben könnte. Er wäre dann der einzig echte „parteifreie“ Minister gewesen.

Kabinett Bierlein ist komplett, Peschorn Innenminister

Die neue Regierung der designierten Kanzlerin Brigitte Bierlein ist komplett. Das gab die Ex-VfGH-Präsidentin am Sonntag gegenüber der APA bekannt. Innenminister wird demnach Wolfgang Peschorn, bisher Präsident der Finanzprokuratur. Sozialministerin wird die bisherige Sektionschefin im Sozialressort, Brigitte Zarfl.
 
Finanzminister wird der Leiter der Sektion 1 im Finanzressort, Eduard Müller. Er übernimmt auch die Agenden für öffentlichen Dienst und Sport.
 
Pilsl setzte sich nicht durch

Am späten Samstagabend kam ein anderer Name ins Spiel: Andreas Pilsl. Er ist Landespolizeidirektor in Oberösterreich. Er wurde aber nicht wie spekuliert Innenminister, sondern Wolfgang Peschorn. 

Das sind die Minister

Im Laufe des Samstags wurden immer mehr Namen bekannt, die Kanzlerin Brigitte Bierlein zu ihren Ministern machen will. Neben den bereits bekannten Clemens Jabloner (Justiz) und Alexander Schallenberg (Äußeres) sind das wie berichtet Sektionschefin Iris Rauskala (Bildung) und Sektionschefin Elisabeth Udolf-Strobl (Wirtschaft). Ins Finanzministerium soll Eduard Müller einziehen. Er ist Präsidialchef im Finanzministerium.

justiz.jpg © APA/HERBERT NEUBAUER Justizminister: Clemens Jabloner

schellenberger.jpg © BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC Außenminister: Alexander Schallenberg

bildung.jpg © WENZEL/BKA Bildungsministerin: Iris Rauskala

strobl.jpg © BDMW/Thule G. Jug Wirtschaftsministerin: Elisabeth Udolf-Strobl

Eduard Müller © APA/HANS KLAUS TECHT Er soll Finanzminister werden: Eduard Müller

Für das Familienministerin ist Ines Stilling vorgesehen, die die Sektion für Frauen und Gleichstellung leitet. Ins Verteidigungsministerium könnte Christian Kemperle, dienstältester Sektionschef im Verteidigungsministerium, einziehen. Sozialministerin dürfte Brigitte Zarfl werden, ebenfalls Sektionschefin im Haus. Für Landwirtschaft kommen Präsidialchef Reinhard Mang oder Sektionschefin Maria Patek in Frage.

Ines Stilling © Parlamentsdirektion Ines Stilling soll die Agenden der Familienministerin übernehmen.

bundesheer.jpg © BUNDESHEER Verteidigungsminister: Christian Kemperle

Brigitte Zarfl © Sozialministerium Sozialministerin: Brigitte Zarfl

Schon jetzt Aufregung um FP-Mann im Verkehrsressort

Für Aufregung dürfte noch jener Mann sorgen, der für das Infrastrukturministerium vorgesehen war: Hartwig Hufnagl, Vorstand der Asfinag. Er war zuletzt stellvertretender Kabinettschef bei Ex-FPÖ-Minister Norbert Hofer. Im Laufe des Sonntags dann die Wende. Hufnagl soll es doch nicht werden. Nun steht ein anderer FP-Mann ganz oben. Andreas Reichardt. Er ist kein Unbekannter. Derzeit ist er Sektionschef im Infrastrukturministerium und ein ehemaliger Wehrsportfreund von Heinz-Christian Straches und ebenfalls Burschenschafter.

Politische Gegner fragen sich bereits, wie die im Ibiza-Video von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache besprochene freihändige Vergabe von Staatsaufträgen aufgeklärt werden soll, wenn wieder ein Blauer an der Spitze des Ressorts sitzt. Am Abend galt seine Bestellung wieder als unsicher. Als Alternative wurde Andreas Reichhardt genannt.

Andreas Reichardt © APA-FOTO: HERBERT NEUBAUER Der neue Infrastrukturminister: Andreas Reichardt

(knd) 

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