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Osterfestspiele schlagen ein neues Kapitel auf

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Andris Nelsons und Gewandhausorchester werden das erste Gastorchester - Jonas Kaufmann und Elīna Garanča geben Rollendebüts in "Tannhäuser"

Nikolaus Bachler hat am Donnerstag in München sein erstes Programm als Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg 2023 (1. bis 10. April) präsentiert und ließ seiner Ankündigung einer Neuausrichtung des Festivals auch Taten folgen. Christian Thielemann verabschiedet sich im April ja mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden als Residenzorchester. Dieses soll nun jährlich wechseln und mit dem jeweiligen Kernrepertoire auch den Programmschwerpunkt mitbestimmen.

Viel ändert sich da mit den ersten Gästen noch nicht. Die sind nämlich gerade einmal 100 Kilometern von Dresden entfernt in Leipzig zuhause: das Gewandhausorchester. Am Pult wird Andris Nelsons, das "Überraschungsei", wie Bachler ihn scherzhaft vorstellte, stehen und als große Opernproduktion ebenfalls Wagner dirigieren. Im "Tannhäuser" werde neben den namhaften Wagnerprofis Georg Zeppenfeld und Christian Gerhaher Jonas Kaufmann in der Titelpartie sein Rollendebüt geben, Elīna Garanča erstmals als Venus zu hören sein und Marlis Petersen als Elisabeth debütieren.

Eine "neue Buchseite" möchte Nikolaus Bachler 2023 aufschlagen, und auf dieser stehen drei wesentliche Neuerungen. Es wird erstmals in der Geschichte des Festivals kein festes Residenzorchester mehr geben, wobei wiederholte Besuche bestimmter Orchester nicht ausgeschlossen sind. Zweitens gibt es wesentliche Änderungen im Kartenvertrieb. Neben Einzelkarten und speziellen Jugendkarten wird es ein "Abo to go" zu einem günstigen Sonderpreis geben, welches ausschließlich am Schalter in Salzburg zu kaufen sein wird. Die dritte Neuerung ist mitunter die spektakulärste: die Uraufführung einer Tanzchoreografie von Emanuel Gat. Mit seiner Kompanie erarbeitet er ein Tanzstück nach Richard Wagners Wesendonck Liedern.

"Ich habe mich immer um die Eingliederung anderer Sparten bemüht. Und wir werden sie stets weiter entwickeln. Deswegen wird es mit einem Konzert von Westbam auch zum ersten Mal elektronische Musik geben", so Bachler. Im Late-Night-Konzert des Electro-Künstlers trifft elektronische Musik auf die Meisterwerke Richard Wagners. "Westbam startet die Beschäftigung der Osterfestspiele mit Elektronischer Musik und kann damit die Grenzen zu jungen Ohren erweitern", erklärte Bachler weiter.

Was bleibt? Die Konstellation aus Oper, zwei Orchesterkonzerten und einem Chorkonzert. Christian Thielemann lud hier immer noch einen Gastdirigenten ein, Andris Nelsons wird in alter Karajan-Tradition alle Konzerte sowie die Oper selbst dirigieren. Programmatisch wandelt man mit Bach und Bruckners "Siebter" absolut durch das Kernrepertoire des Gewandhausorchesters, was ja von Bachler ausdrücklich gewünscht war. Platz daneben finden aber auch zeitgenössische Werke, wie etwa "Der Zorn Gottes" von Sofia Gubaidulina.

Quelle: APA