15. Jänner 2014 11:08
Wo Giulietta und Isetta zu Trophäen gleiten:
Oldtimer-Rallye auf Schnee in Altenmarkt-Zauchensee
Vom 16. bis 19. Januar herrscht Ausnahmezustand in Altenmarkt-Zauchensee.

Bis zu 5000 Zuschauer werden erwartet, wenn bei der 10. „Historic Ice Trophy“ Stratus, Käfer und Alpine mit rund 70 internationalen Konkurrenten um die Wette gleiten. Nicht unbedingt schnell, aber taktisch perfekt und absolut wendig müssen die Piloten ihre Schmuckstücke über den anspruchsvollen Rundkurs lenken, dessen eisbedeckte Oberfläche eine zusätzliche Herausforderung zur sekundentreuen Stechuhr stellt. „Es macht einfach Spaß, die historischen Gefährte in Aktion zu beobachten“, schwärmt Liesl Weitgasser (50), die die Veranstaltung 2003 gemeinsam mit ihren Brüdern, Cousins und Vater Eberhart ins Leben gerufen hat. „Nur wenige Rennen bieten Besuchern die Möglichkeit, die Karossen und das fahrerische Geschick der Rallye-Teams so nah und trotzdem völlig gefahrlos zu genießen.“

Spikes sind durchaus erlaubt, wenn sich bei der 10. „Historic Ice Trophy“ in Altenmarkt Old- und Youngtimer bis Baujahr 1994 ein spektakuläres Stelldichein geben. Völlig losgelöst vom Leistungsdruck der Tempo-Rennen gehen die Teams aus bis zu vier Personen hier an den Start und lassen Giulietta und Isetta lieber in scharfen Linien und mit feinster Technik als gnadenlos am Gas zu ihren Trophäen gleiten. Die historischen Gefährte treten je nach Baujahr und PS-Zahl in verschiedenen Klassen gegeneinander an und erfahren sich vorab im Qualifikationslauf ihre persönliche Richtzeit für den gesamten Wettbewerb.

Am Donnerstag fällt der Startschuss für den vereisten Rundkurs, der traditionell von Familienchef Eberhart (78) gesteckt wird. Hier haben die Zuschauer eine perfekte Plattform, um das Rallye-Geschehen hautnah zu verfolgen und die besondere Atmosphäre rund um die motorisierten Juwelen aufzunehmen. Das ist der Moment, für den sich das jahrelange Schrauben, die unermüdliche Jagd nach Ersatzteilen, das mühevolle Aufpolieren und die Liebe zum Detail gelohnt haben: „Manche Fahrer kommen jedes Jahr wieder und bringen ihre eingefleischten Fans gleich mit“, erklärt Liesl Weitgasser. „Auf manche freuen wir uns deshalb ganz besonders, weil da sowohl der außergewöhnliche Wagen als auch das fahrerische Geschick zur Augenweide werden.“

Nach den Finalläufen startet am Samstag das Rennformat „6 Stunden von Altenmarkt“, das seinen Teilnehmern einiges an Durchhaltevermögen und Zeitgefühl abverlangt. Um Chancengleichheit zu gewährleisten, werden die Fahrzeuge in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 mit Fahrzeugen der Baujahre bis 1972, Gruppe 2 mit den Baujahren 1973 bis 1984 und Gruppe 3 umfasst die Baujahre 1984 bis 1994. Gefahren wird nach einem strengen Reglement, das sowohl Ausstattung als auch Tankzeiten und Fahrerwechsel vorschreibt. Punkteabzug gibt es für nicht durchgeführte Boxenstopps, während Sonderrunden auch mal einen Bonuspunkt bringen können. Gewonnen hat das Team, das in der vorgeschriebenen Zeit seinen Oldtimer am harmonischsten gesteuert hat und so die geringsten Abweichungen von der persönlichen Richtzeit aufweist.

Neben den einzelnen Klassen-Siegen gibt es auch eine Gesamtwertung, deren Spitzenreiter am Ende der Veranstaltung mit einer würdigen Trophäe zum Gewinner gekürt wird. „Beim letzten Mal war es ein Porsche 944, der den Sieg in der Gesamtwertung mit heim nehmen konnte“, blickt Weitgasser zurück. Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr auch den  Nationencup, bei dem die besten drei Teams eines Landes gekürt werden. 

Durch das gesamte Rennprogramm führt übrigens Starmoderator Walter Zipser. Und auch ums leibliche Wohl muss sich niemand sorgen: Neben dem historischen Motorensurren liegt während der kompletten Veranstaltung ein Duft von Pongauer Spezialitäten und Glühwein in der Luft.

Das Haupt-Programm im Überblick:

16. Januar 2014, 13 Uhr – Trainings- und Qualifikationsläufe, Gut Römerhof, ab 19 Uhr – Fahrerparade am Marktplatz mit anschließender Welcome-Party

17. Januar 2014, 9 Uhr – Vorfinalläufe, Gut Römerhof

18. Januar 2014, 9 Uhr – Finalläufe

 

19. Januar 2014, 9 Uhr – Superfinalläufe und Rennen mit 7-Milimeter-Spikes –  

ab 13 Uhr Publikumsfahrten mit dem eigenen Auto auf der Rennstrecke