ÖSV-Team hat viel Arbeit bis Madonna

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ÖSV-Team hat viel Arbeit bis Madonna

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Rennsportleiter Puelacher war nur mit Feller zufrieden - "Rest muss noch aggressiver Skifahren"

In Val d'Isere ist es am Wochenende letztlich an Manuel Feller gelegen, Österreichs Ski-Männerteam in die Positiv-Schlagzeilen zu führen. Als Dritter im Riesentorlauf sorgte der Tiroler dafür, dass nach Platz zwei durch Roland Leitinger in Sölden auch im zweiten Saisonrennen der Problemdisziplin ein Österreicher auf dem Podest stand. Im Slalom fädelte Feller als Halbzeitfünfter ein, mit Platz 14 durch Fabio Gstrein wurde das Torlauf-Team weit unter Wert geschlagen.

Aber nicht nur der Blick auf die Ergebnisliste im Slalom schmerzte, auch jener in die ÖSV-Verletzten-Kartei, auf der nach Kreuzbandriss ja auch bereits Leitinger stand. Mit Adrian Pertl fällt nun auch der Slalom-Vizeweltmeister nach Riss des vorderen Kreuzbandes und einer Meniskusverletzung im rechten Knie für die Saison aus. Er war im Riesentorlauf auf der Face de Bellevarde mit den Skiern an einer Torstange hängengeblieben und gestürzt und wurde Sonntag in Hochrum operiert.

Das Comeback von Kugelgewinner Marco Schwarz brachte nach Platz 35 keine erfolgreiche Final-Qualifikation, aber die Erkenntnis, dass der Knöchel hält. "Ich werde jetzt gut analysieren, gut therapieren und ein bisserl pausieren. Ich brauche die Trainingstage", sagte der Kärntner, der viereinhalb Wochen keine Ski anhatte. Er wird sich in den kommenden Tagen auch wieder im Riesentorlauf versuchen und dann entscheiden, ob er die Rennen in Alta Badia in Angriff nehmen wird.

Feller war nach dem Ausfall im Slalomfinale freilich enttäuscht, die Slalomsaison habe aber erst begonnen. "Blicken wir positiv in die Zukunft, die Form passt. Der Speed ist da. Freilich hätte ich ein Podium gern genommen, aber ich werde weiterkämpfen. Ich werde weiter Gas geben und nicht zurückziehen, sondern attackieren", sagte der Gewinner von zwei Slaloms im vergangenen Winter (Flachau, Lenzerheide). Und hätte man ihn gesagt, dass er am Wochenende in Val d'Isere ein Podest mitnehmen werde, hätte er das im Vorfeld gern genommen. Im Riesentorlauf war da ja passiert.

Man könne mit Feller sehr zufrieden sein, sagte Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Man sieht, dass er in Form ist. Im Riesentorlauf hat er mit seinem Podest gezeigt, wie gut er eigentlich drauf ist. Leider hat er im Slalom nach sehr guten Zwischenzeiten eingefädelt. Das kann passieren." Mit den anderen sei er im Slalom nicht zufrieden, sie hätten ihre Leistungen nicht abrufen können. "Da erwarte ich mir schon eine Steigerung für Madonna." Als Einziger neben Gstrein punktete beim Sieg des Franzosen Clement Noel der Vorarlberger Christian Hirschbühl (21.). Michael Matt hatte die Finalqualifikation verpasst, Dominik Raschner, Joshua Sturm, Johannes Strolz schieden im ersten Lauf aus.

Man müsse, sagte Puelacher, aber sehen, dass Schwarz nur zwei Tage trainiert habe. "Und dann hat er Fehler auch noch gemacht. Man kann sagen, er hat es probiert. Aber der Rest muss noch aggressiver Skifahren. Da sind wir zu weite Wege gefahren, das müssen wir bis Madonna ändern. Wir wissen, dass wir gute Leute haben, leider hat es heute nicht funktioniert. Im Slalom ist es immer eine sehr enge Geschichte. Wir haben was zu tun, dass wir in Madonna besser dastehen." Davon ist Feller überzeugt. "Wir werden weitermachen. Ich glaube, dass die ganze Mannschaft definitiv in Madonna schon wieder ganz andere Sachen zeigen wird."

Weiter geht es diese Woche für den Männer-Tross im Grödner Tal. "Bei den Speedfahrern erwarten wir uns immer Podestplätze, da wissen wir, wir sind gut aufgestellt. Ich bin überzeugt, dass wir das auch schaffen", sagte Puelacher. Das erste Abfahrtstraining ist für Mittwoch angesetzt.

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