ÖSV-Herren kämpfen für den Umschwung

Rock 'n Roll in Adelboden

ÖSV-Herren kämpfen für den Umschwung

Von den letzten 15 Weltcuprennen in Adelboden hat Marcel Hirscher neun gewonnen, darunter die letzten vier. Ein Sieg scheint nach den jüngsten Leistungen für Österreichs Technik-Herren am Wochenende nur schwer möglich, Blessuren und fehlende Resultate prägen das Bild. Schon im Riesentorlauf am Samstag (10.30/13.30 Uhr) kämpfen Roland Leitinger und Co. für den Umschwung.

Die Ränge 12 von Manuel Feller, 15 von Matthias Mayer und 19 von Leitinger in Sölden, die Plätze 19 von Mayer und 21 von Leitinger in Beaver Creek, sowie 6 von Marco Schwarz, 21 von Stefan Brennsteiner und 23 von Leitinger in Alta Badia waren die besten Leistungen in diesem Winter in der Kerndisziplin. Der einzige Technik-Podestrang für den ÖSV - allerdings im Parallel-Riesentorlauf - kam von Leitinger als Dritter in Alta Badia.

Dieses Erfolgserlebnis nahm der Riesentorlauf-Vizeweltmeister von 2017 mit ins neue Jahr. "Das hat mich auch psychologisch wieder in die richtige Richtung gebracht." Bis es ihn am Montag "ein bisserl schockte". Er musste das Training wegen Rückenproblemen abbrechen, es ging aber rasch von Tag zu Tag besser. "Ich hätte nicht geglaubt, dass ich hier beim Hangfahren wieder normal runterziehe, es ist wirklich in Ordnung." Er kenne das Problem und wisse, wie er es innerhalb von ein paar Tagen wieder in den Griff bekomme. "Ich habe fest vor, morgen zu attackieren."

In Alta Badia habe er gesehen, dass Speed und Skifahren passen und das Selbstvertrauen, an die Grenzen zu gehen, stimme. "Dann ist an einem Renntag alles möglich." Ein gutes Mannschaftsergebnis würde der aufkeimenden Kritik an den schwachen Leistungen der Technik-Herren entgegenwirken, eine Kritik, die für Leitinger nachvollziehbar ist.

"Jeder von uns kann mit schwierigen Zeiten und Situationen gut umgehen. Jeder probiert für sich, das Maximale rauszuholen. Man weiß natürlich, dass alle anderen sich mehr erwarten und wir uns in der ganzen Gruppe auch mehr erwarten. Jeder kämpft darum, dass das besser wird. Dass zu wenig geliefert wurde, ist uns klar", sagte Leitinger. "Die kompakte Mannschaft haben wir bis jetzt nicht gezeigt. Die ist vielleicht auch nicht so hundertprozentig da, aber vereinzelte viel bessere Platzierungen sind absolut möglich."

Brennsteiner punktete nach zwei Ausfällen erst einmal, viel "Brauchbares", wie er sagt, sei nicht dabei gewesen. Nach dem Training zuletzt soll es nun wieder weiter nach vor gehen. "Über eine saubere Technik Gas geben, viel komplizierter brauche ich es nicht zu machen", weiß der 28-Jährige. "Zwei gute Läufe sind das Wichtigste, auch wenn das abgedroschen klingt. Ich bin positiv, dass das hier ein guter Schritt sein wird."

Das Adelboden-Rennen sei von der Atmosphäre her das Größte für einen Riesentorläufer. Die Bedingungen versprechen ein Spektakel. "Es schaut sehr gut aus. Oben ist es für uns super, herunten ist es für die Zuschauer super. Da wird die Piste schlagig werden, Rock 'n' Roll."

Schwarz hat an Adelboden, für ihn der schwierigste Riesentorlauf im ganzen Weltcup, gute Erinnerungen, fuhr er vergangenes Jahr doch mit Startnummer 67 auf Platz sieben. Danach lief es auch in dieser Disziplin immer besser. "Und jetzt will ich natürlich auch im Riesentorlauf ganz vorne mitfahren", sagte der Kärntner, dem nach einem Kreuzbandriss im Februar aber noch Trainingstage fehlen.

Stimmung in der Mannschaft und Teamgefüge bezeichnete er als sehr positiv. "Die Trainer hauen sich voll rein, die Serviceleute, wir. Wir wollen alle gewinnen, alle vorne mitfahren. Wir sind eine Mannschaft, wir halten alle zusammen."

Der Franzose Alexis Pinturault, der Norweger Henrik Kristoffersen und der Slowene Zan Kranjec zählen zu den Topfavoriten am Samstag. Pinturault gewann 2017 bereits einmal den Riesentorlauf auf dem Chuenisbärgli. Die Podestplatzserie hält für die ÖSV-Herren in Adelboden bereits seit zwölf Rennen.

Quelle: APA

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