Neues Frauenhaus im Pinzgau

Frauen stärken

Neues Frauenhaus im Pinzgau

„Männliche Gewalt beginnt nicht mit einer Ohrfeige, sondern mit der Einstellung, über Frauen verfügen zu dürfen. Dies äußert sich in Besitzdenken, in Abwertung und in Kontrolle. Bereits an diesem Punkt helfen wir Frauen, um Machthierarchien frühzeitig zu durchbrechen. Für alle Betroffenen, die Hilfe benötigen, wird im Pinzgau jetzt ein neues Frauenhaus gebaut. Dieser Neubau kostet 1,5 Millionen Euro, die je zur Hälfte vom Land Salzburg und der EU finanziert werden,“ erklärte Landesrätin Andrea Klambauer heute in einem Pressegespräch.

Salzburg bietet ein dichtes Netz zum Schutz vor männlicher Gewalt: Beratung, Gewaltschutzzentrum, Frauennotruf und drei Frauenhäuser. Im Jahr 2019 wurden im Gewaltschutzzentrum Salzburg 1.214 Personen betreut. 515 Mal musste die Polizei ein Betretungsverbot aussprechen. In diesen Salzburger Einrichtungen fanden in den vergangenen Jahren durchschnittlich 130 Frauen und deren Kinder Schutz.

Neues Frauenhaus im Pinzgau

„Das jetzige Pinzgauer Frauenhaus ist stark renovierungsbedürftig, vor allem aufgrund des befristeten Mietverhältnisses. Die Wohnsituation ist sehr beengt mit gemeinsamer Küche und Badezimmer“, zeigt Landesrätin Andrea Klambauer die bisherigen Probleme auf. Deshalb hat sich das Land Salzburg entschieden, erstmals ein Frauenhaus zu kaufen. Es wird in Saalfelden ein neues Frauenhaus mit einer Gesamtfläche von mehr als 350 Quadratmetern errichtet, dafür werden 1,5 Millionen Euro investiert. Es wurden dafür aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit des Referats Frauen, Diversität, Chancengleichheit mit der Abteilung Lebensgrundlagen EU-Fördergelder für die Entwicklung des ländlichen Raumes in der Höhe von 750.000 Euro gesichert, die diese Investition ermöglichen.

Sechs neue Wohnungen für Betroffene

Landesrätin Klambauer hat im Juli 2018 mit der Umsetzung dieses Projekts begonnen. Es bringt eine deutliche Verbesserung für von Gewalt Betroffene im gesamten Bundesland Salzburg. Das Frauenhaus besteht aus sechs neu gebauten Wohnungen. Eine davon beherbergt die Beratungs- und Gemeinschaftsräume, und die anderen stehen für die Frauen und ihre Kinder zur Verfügung.

Mit Unterstützung wieder selbstständig werden

Zwei Wohnungen sind mit der Verwaltungseinheit verbunden. Das ermöglicht einen intensiven Kontakt zu den Betreuerinnen. Drei weitere Wohneinheiten mit kompletter Ausstattung erleichtern den Übergang in ein selbständiges Leben. „In dieser Zeit werden die Frauen intensiv betreut. Da es sich um eigenständige Wohneinheiten handelt, haben die Bewohnerinnen Anspruch auf die volle Mindestsicherung“, so Klambauer.

Sichtbar und sicher

Das neue Frauenhaus wird auch eine Weiterentwicklung des Konzeptes beinhalten. Dieses hat sich in anderen Ländern bereits bewährt, nämlich nach dem Grundsatz: sichtbar und sicher. Das heißt, die Adresse ist nicht mehr geheim, und das Frauenhaus wird bewusst in die Mitte der Gesellschaft geholt. „Das bisherige Untertauchen an einem geheimen Platz bedeutet Isolierung und vermittelt das Gefühl, man müsse sich – und das Problem häuslicher Gewalt – verstecken. Was es braucht, ist eine geschützte Wohnung, in der Betroffene sicher sind und umfassend betreut werden“, so Klambauer.

Umfassendes Schutzkonzept

Noch heuer wird mit dem Bau begonnen. Dabei wird eigens für den Pinzgau mit der Polizei, dem Gewaltschutzzentrum und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses ein Opferschutzkonzept erarbeitet, das mit dem Erstbezug der neuen Wohneinheiten 2021 umgesetzt wird.

 

Quelle: Land Salzburg

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