Wer krank arbeitet, kann gestraft werden

Grippewelle im Anmarsch

Wer krank arbeitet, kann gestraft werden

Jeder dritte Beschäftigte geht auch krank zu Arbeit. Das ist Alltag in vielen Betrieben. Aber warum schleppen sich so viele Arbeitnehmer im Krankheitsfall zum Arbeitsplatz? Leiter der Rechtsabteilung der Arbeiterkammer Salzburg, Heimo Typplt, weiß: „Zum einen ist es die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Außerdem haben viele Arbeitnehmer ein schlechtes Gewissen ihren Kollegen gegenüber, da diese mehr belastet werden, wenn ein Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfällt. Und manche Dienstnehmer befürchten auch Probleme beim weiteren Fortkommen in der Firma, wenn man sich krank meldet.“

Krank zu arbeiten kann unter Umständen strafbar sein

Doch Achtung: theoretisch könnte man sogar bestraft werden, wenn man krank in die Arbeit kommt. „Es gibt tatsächlich eine Bestimmung im Strafgesetzbuch, dass man strafrechtlich verurteilt werden könnte, wenn man vorsätzlich oder fahrlässig Krankheiten an einen größeren Personenkreis verbreitet. Allerdings gilt das nicht für eine normale Erkältung“, so Typplt.

Also, bei einem normalen grippalen Infekt besteht kein Grund zur Sorge. Aber das Strafgesetz sieht in den Paragraphen 178 und 179 durchaus Strafen vor. Wenn es nämlich vorsätzlich passiert, dass man seine Kollegen ansteckt, drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe – das ist aber natürlich sehr selten der Fall. Bei Fahrlässigkeit wäre ein Jahr Freiheitsstrafe möglich.

Bis jetzt hat es noch keine Verurteilung diesbezüglich gegeben. Trotzdem - die Moral von der Geschicht: wenn ihr krank seid, arbeitet nicht.

Diesen Artikel teilen:
Jetzt spielt TALK TALK SUCH A SHAME
Nächster Song KERSTIN OTT / REGENBOGENFARBEN

Fotoalbum 1 / 28