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Salzburg

Weiter hohe Zahl an Neuinfektionen

Land rechnet mit Zuspitzung der Situation - Hauptproblem zu niedrige Impfrate

In Salzburg bleibt das Niveau der Corona-Neuinfektionen weiterhin sehr hoch. Nach dem Jahreshöchststand von gestern mit 430 neuen Fällen, meldete das Land von Donnerstag auf Freitag 374 hinzugekommene Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Bundesland auf 336 - Salzburg hat damit den Spitzenreiter der vergangenen Tage, Oberösterreich, abgelöst. Und alles deutet darauf hin, dass die Dynamik des Infektionsgeschehens unverändert anhält und weiter zulegen wird.

"Die Situation ist sehr ähnlich zum vergangenen Herbst. Unter den ungeimpften Personen hat die Sieben-Tages-Inzidenz bereits fast die Spitzenwerte vom vergangenen November erreicht", analysiert Landesstatistiker Gernot Filipp. Es sei dabei nicht auszuschließen, dass die Zahlen allgemein wieder auf die Spitzenwerte der zweiten Welle vor einem Jahr steigen. Der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens liege zwar nach wie vor im Tennengau, wo zuletzt in drei Gemeinden Ausfahrtsbeschränkungen verhängt worden sind. "Das Niveau im Flachgau und Pongau ist ebenfalls schon sehr hoch und auch in den anderen Bezirken steigen die Werte deutlich an."

In Salzburg gab es seit Ausbruch der Epidemie bisher 616 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19, das ist einer mehr als noch am Donnerstag. Und auch die Covid-Patienten in den Krankenhäusern werden mehr. Laut Angaben des Landes befanden sich am Freitagmorgen 67 Corona-Patienten im Spital, davon elf auf der Intensivstation. Der Grund dafür liege in der noch zu niedrigen Impfrate.

Das belegen die Immunisierungen nach Altersgruppen und Wohnbezirk recht klar: "Die Impfrate korreliert mit den Neuinfektionen. Derzeit haben wir bei den zehn- bis 19-Jährigen mit 800 die höchste Inzidenz", so Landesstatistiker Filipp. Groß sind auch die Unterschiede in den Bezirken: Hier pendelt die Impfrate zwischen 62,7 Prozent im Pinzgau und 55,2 Prozent im Tennengau. Dort kratzte die Sieben-Tages-Inzidenz bereits knapp an der 600er-Grenze.

Mit Stand Freitag waren laut Landesstatistik 59,9 Prozent der Gesamtbevölkerung in Salzburg vollimmunisiert. "Hier besteht weiter Aufholbedarf. Impfstoff und Angebote sind genügend vorhanden, mit und ohne Termine", betonte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) einmal mehr. Zwar erkranken in Salzburg auch immer mehr Geimpfte an Covid-19. Allerdings lag bei ihnen die Inzidenz nur bei einem Sechstel des Wertes der Ungeimpften. Und: "Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung und eines Spitalsaufenthalts für Geimpfte ist um ein Vielfaches geringer. Mehr Personen mit Covid-19 auf den Intensivstationen bedeutet weniger Kapazität für andere Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten", betonte Stöckl.