Viel Tradition aber weniger Strom

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Viel Tradition aber weniger Strom

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Viele Adventmärkte verringern die Beleuchtungszeiten und verzichten auf Stromfresser wie Heizschwammerl - Weihnachtsbeleuchtung in Salzburger Altstadt nur mehr bis 21.00 Uhr

Energiesparlampen, kürzere Beleuchtungszeiten, keine Heizschwammerl: Viele Veranstalter von Weihnachtsmärkten in Stadt und Land Salzburg verringern wegen der hohen Preise den Energieverbrauch und wollen dennoch für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Der Salzburger Christkindlmarkt auf dem Dom- und Residenzplatz, geöffnet von 17. November bis 1. Jänner, spart rund 30.000 KWh an Energie ein. In der Salzburger Altstadt erstrahlt die Weihnachtsbeleuchtung nur bis 21,00 Uhr.

Die Veranstalter sind erleichtert, den Advent vorerst ohne behördliche Corona-Auflagen traditionsgemäß wie zu Zeiten vor der Pandemie gestalten zu können - mit dem Fokus auf Brauchtum, heimisches Kunsthandwerk und kulinarische Schmankerl. Das hat ein Rundruf der APA ergeben. Allerdings werden schon die vor einigen Jahren angestrebten Energiesparmaßnahmen intensiviert. "Die Beleuchtungszeit wird um ein Drittel reduziert", schildert der Obmann des Vereins Salzburger Christkindlmarkt, Wolfgang Haider.

Auf die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung während der Betriebszeit will der Verein aber nicht verzichten. "Aufgrund der modernen LED-Technologie macht diese auch nur einen Bruchteil unseres gesamten Stromverbrauches aus", erklärt Haider. Die drei Kilometer langen Lichterketten wurden mittlerweile mit energieschonenden LED-Lampen der neuesten Generation ausgestattet. Dadurch wird 30 Prozent der Energie eingespart. Sie leuchten diesmal aber weniger lang als sonst üblich. Bereits ab 22.00 Uhr werden die Lichter abgeschaltet - mit Ausnahme einer Notfallbeleuchtung und des großen Christbaumes auf dem Residenzplatz, der ab 8.30 Uhr bis Mitternacht in seinem Glanz erstrahlen darf.

Die Verkaufsstände des Christkindlmarktes, den jährlich rund eine Million Menschen besuchen, werden bereits seit 2018 mit energieeffizienten Infrarotpaneelen beheizt. Das adventliche Eislaufen auf dem Mozartplatz, genannt "Eiszauber", startet wie der Christkindlmarkt am 17. November und damit eine Woche später als bisher, was eine Ersparnis von bis zu 5.000 Kilowattstunden bringen soll. Der Eislaufplatz ist bis inklusive 31. Dezember geöffnet.

Auch die Stadt Salzburg will Energie sparen. Ihre 19 stadtweit aufgestellten Christbäume leuchten erstmals nur bis 22.00 Uhr statt bis Mitternacht. Der Altstadtverband lässt weniger Straßenzüge beleuchten. Zudem wird die Einschaltdauer und der Zeitraum für die Weihnachtsbeleuchtung verkürzt. Ab 17. November bis 1. Jänner (im Vorjahr bis 6. Jänner) erstrahlen die Lichterketten von der Dämmerung ab circa 16.00 Uhr bis 21.00 Uhr und damit deutlich kürzer als bisher (13 bis 22 Uhr). Auf eine weihnachtliche Beleuchtung des Mozartplatzes und einiger kleinerer Gassen wird diesmal gänzlich verzichtet. Die Gesamtkosten der Illumination in der Altstadt belaufen sich auf 280.000 Euro, das ist um 3.000 Euro weniger als im Vorjahr. "Die LED-Beleuchtungskörper entsprechen den modernsten technischen Standards", betonte Altstadtverband-Geschäftsführerin Sandra Woglar-Meyer.

Beim "Hellbrunner Adventzauber" von 17. November bis 24. Dezember wird ebenfalls Energie gespart. Weniger Lichterketten und der Verzicht auf Stromfresser wie Heizschwammerl soll insgesamt rund 20 Prozent an Strom reduzieren. "Wir haben zahlreiche Einsparungspotenziale gefunden, ohne das Flair unseres Hellbrunner Adventzaubers zu gefährden", erzählt Veranstalter Stephan Gassner. Die Christbaumbeleuchtungen werden erst mit der Dämmerung gegen 16 Uhr eingeschalten. "Bisher haben wir das Licht schon um 13 Uhr aufgedreht. Allein das spätere Einschalten bringt fünf Prozent Stromersparnis." Kein einziges Heizschwammerl wird diesmal aufgestellt, das spart nochmals rund 15 Prozent an Strom. Und 90 Prozent der Beleuchtungskörper sind bereits mit den verbrauchsarmen LED-Lampen ausgestattet. Die Ausstellerinnen und Aussteller beheizen ihre Marktbuden mit Infrarot, so wurde der Stromverbrauch bereits im Vorjahr um zehn Prozent verringert.

Energiesparen ist auch ein Thema beim Wolfgangseer Advent in den Orten St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl. Unter dem Motto "Wenns dumpa wird im Dorf" erlischt jeden Mittwoch in St. Wolfgang im gesamten Ort für einige Stunden das elektrische Licht. Die Gassen werden vom Kerzenschein in ein romantisches Licht getaucht. "In Strobl wurden alte Heizstrahler durch neue Energiespargeräte ersetzt und in den Adventhütten wird auf eine gesonderte Produktbeleuchtung verzichtet", verweist Valentin Hödlmoser von der Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft auf weitere Sparmaßnahmen. Auch Dämmerungsschalter helfen beim Stromsparen. In St. Gilgen besitzt ebenfalls jede Hütte eine separate Zeitschaltuhr. Die drei Adventmärkte verwenden bereits seit einigen Jahren neue, stromreduzierende LED-Lampen. Die Märkte sind von 18. November bis 18. Dezember von Freitag bis Sonntag geöffnet, in St. Wolfgang von Mittwoch bis Sonntag.

Der "Licht Advent" in St. Johann im Pongau, geöffnet von 17. November bis 23. Dezember von Donnerstag bis Sonntag, hat wie viele andere Adventmärkte auf LED-Beleuchtung umgerüstet und keine elektrischen Heizschwammerl in Verwendung. "Wir sind kurz davor, ein Green Event Christkindlmarkt zu werden", sagt Klaus Horvat-Unterdorfer, Geschäftsführer der Werbegemeinschaft SBS. Der Strom kommt von der gemeindeeigenen Photovoltaik-Anlage. "Wir sind schon fast energieautark." Die Bäume im Stadtpark werden ebenso wie der Adventmarkt nur im Rahmen der Öffnungszeiten von 15 bis 21 Uhr beleuchtet. Die kürzere Beleuchtungszeit wird "eher als ein symbolischer Akt" gesehen, auch wenn die Kostenersparnis 150 Euro beträgt.

Der Salzburger Bergadvent (25. November bis 18. Dezember) im Großarltal in den Gemeinden Großarl und Hüttschlag setzt bereits seit Jahren auf Stromsparmaßnahmen, "weil wir ohnehin wirtschaftlich denken", betont Tourismusverbandschef Thomas Wirnsperger. Der Strom für die Adventmärkte war bis vor der Corona-Pandemie an die Straßenbeleuchtung gekoppelt. Jetzt gibt es dafür einen eigenen Schaltkreis. Die Leuchtkörper werden ab der Dämmerung eingeschaltet, "das machen wir schon seit Jahren so". Auf unnötige Stromverbraucher wird verzichtet, und die Öfen werden mit Holz beheizt.