Strafgericht Gericht Anklage Prozess

30-Jähriger verurteilt

Tankstelle in Salzburg 3x ausgeraubt

Angeklagter geständig - Geldnot wegen Corona-bedingter Arbeitslosigkeit und Suchterkrankung - Viereinhalb Jahre unbedingte Haft nicht rechtskräftig

In der Stadt Salzburg ist eine Tankstelle im Frühling dreimal innerhalb von zwei Wochen überfallen worden. Ein 30-Jähriger, der im April als Verdächtiger ausgeforscht wurde, hatte die Überfälle mit insgesamt rund 4.100 Euro Beute gestanden. Als Motiv gab er Geldnot wegen seiner Corona-bedingten Arbeitslosigkeit und Suchterkrankung an. Er wurde am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg wegen schweren Raubes zu viereinhalb Jahren unbedingter Haft nicht rechtskräftig verurteilt.

Bilder aus der Überwachungskamera, Hinweise aus der Bevölkerung und sichergestellte Spuren am Tatort hatten die Ermittler auf die Spur des Bosniers geführt. Der bisher unbescholtene Bosnier wurde am 13. April festgenommen. Das erbeutete Geld soll er für seine Alkohol- und Drogensucht ausgegeben haben. Die Probleme in seinem Leben, seine Suchterkrankung, der Verlust seines Jobs, seiner Wohnung und seiner Freundin hätten ihn zu dieser Tat veranlasst, schilderte der Angeklagte. Er entschuldigte sich bei dem Opfer und sagte, es tue ihm leid.

Warum der Mann jedes Mal dieselbe Tankstelle in der Gabelsbergerstraße im Bahnhofsviertel ausgeraubt hatte, begründete er so: Er habe angenommen, dass diese weniger frequentiert sei. Außerdem wohne er in der Nähe. Weil der erste Coup für ihn erfolgreich verlaufen sei, habe er dort auch die beiden anderen Überfälle verübt, bei denen er ebenfalls betrunken gewesen sei.

Der erste Überfall ereignete sich in der Nacht auf 29. März 2021. Am 4. April kam es zum zweiten Raub. Der dritte Coup erfolgte in der Nacht auf den 12. April - also alle am Wochenende. Bei allen drei Überfällen hatte derselbe Angestellte Dienst. Der Täter trug eine FFP2-Maske. Beim zweiten Raub bedrohte er den Mitarbeiter mit einem Brotmesser. Bei den anderen Überfällen war er unbewaffnet. Er drückten dem Opfer einen Gegenstand mit den Worten "spü di ned, sonst druck i ab" in den Rücken und täuschte mit dieser Vorgehensweise eine Pistole vor.