Standhaftigkeit als Erfolgsmodell

Festspiele 2021

Standhaftigkeit als Erfolgsmodell

Festspiele starten am 17. Juli mit dem neuen "Jedermann" - Jubiläumsfeiern werden teils ins heurige Jahr verlängert

Das Durchhaltvermögen hat sich erneut bezahlt gemacht: Die Salzburger Festspiele können heuer coronaunbeschadet vor vollen Häusern über die Bühne gehen. Der Mut der Festivalmacher, wie schon im Vorjahr trotz der pandemischen Unbilden im Vorfeld auf eine reguläre Ausgabe des Klassik- und Theaterhochamts an der Salzach zu setzen, erwies sich als richtig. Und so feiert man das 100-Jahr-Jubiläum auch heuer noch weiter.

Die entsprechende Ausstellung in der Neuen Residenz gibt es weiterhin zu sehen, und die im ersten Jubiläumsjahr begonnene Serie "Reden über das Jahrhundert" wird fortgesetzt. Eingeladen sind hier der Komponist Wolfgang Rihm, die britische Oscarpreisträgerin Vanessa Redgrave und der deutsche Literatur- und Sozialwissenschafter Jan Philipp Reemtsma. Eine Diskussion unter dem Titel "Kunst & Ethos" widmet sich der moralischen Bewertung von Kunst, und auch der Eröffnungsredner Julian Nida-Rümelin, Philosoph und einstiger deutscher Kulturstaatsminister, spricht am 25. Juli über "eine humanistische Utopie".

Der Gerard Mortier Award für Musiktheater und der Förderpreis Mortier Next Generation werden von Graz nach Salzburg übersiedeln. 2021 wird der Award an Alexander Kluge vergeben, der mit 30.000 Euro dotierte Förderpreis geht an die deutsche Musiktheaterregisseurin Ulrike Schwab. Neu ist ebenfalls, dass der Dirigierbewerb nun erstmals Herbert von Karajan Young Conductors Award heißt. Die drei Finalisten aus anfänglich 250 Anwärtern dürfen von 7. bis 9. August je ein Konzert im Rahmen der Festspiele dirigieren: Jonas Ehrler aus der Schweiz, der Brite Joel Sandelson und der Chilene Luis Toro Araya.

Nicht zuletzt sind aber auch im Programm zwei Erfolgsproduktionen des Vorjahres abermals zu erleben - Christoph Loys minimalistische Deutung von Mozarts "Così fan tutte" sowie Krzysztof Warlikowskis "Elektra"-Inszenierung. Neu im Talon hat man ab 26. Juli mit dem "Don Giovanni", interpretiert von Kultdirigent Teodor Currentzis am Pult und Regiemystiker Romeo Castellucci, einen weiteren Mozart. Hinzu kommen am 15. August Ingo Metzmacher und Jan Lauwers als Doppel für Luigi Nonos Oper "Intolleranza 1960". Und von den Pfingstfestspielen wird Händels szenisches Oratorium "Il Trionfo del Tempo e del Disinganno" in der Regie von Robert Carsen ab 4. August importiert, während man von den Osterfestspielen ab 21. August Michael Sturmingers Puccini-"Tosca" mit Publikumsliebling Anna Netrebko in der Titelpartie zu hören und sehen bekommt.