01. September 2017 14:47
Scharfe Kritik der AK:
Sonntagsöffnung schon in 53 Salzburger Gemeinden
Die Sonntagsöffnungen sorgen in diesem Sommer wieder für Diskussionen.
Sonntagsöffnung schon in 53 Salzburger Gemeinden
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Inzwischen dürfen Supermärkte in 53 Salzburger Städten und Gemeinden am Sonntag öffnen. Das ist fast schon jeder zweite Ort im Bundesland. Es handelt sich dabei um jene Gemeinden, die das Land als Tourismus­orte ausweist. Scharfe Kritik kommt jetzt von Arbeiterkammer-Präsident Sigi Pichler. Er kritisiert, dass in Gemeinden mit vergleichsweise niedrigen Touristenzahlen immer öfter auch die großen Märkte offen haben dürfen. Ein Beispiel dafür ist Henndorf am Wallersee. Hier durften bis vor einigen Jahren nur kleine Bäckereien am Sonntag aufsperren. "Wenn die großen Handelsketten, wie Billa, Spar, Rewe, Hofer, Lidl usw., alle damit anfangen ist das Geschäft schon wieder kein Geschäft mehr. Dann entstehen nur Kosten," erklärt Pichler im Antenne Salzburg Interview.

Keine Arbeitszeiten wie im Fremdenverkehr

Während im großen Tourismusort St. Gilgen am Wolfgangsee im heurigen Juli 85.000 Urlauber-Übernachtungen gezählt wurden, waren es in Henndorf nur rund 5.000. Trotzdem sperren auch hier am Sonntag die Supermärkte auf, kritisiert Pichler: "Die Beschäftigten im Handel brauchen ganz einfach auch einen Ruhetag. Hier sollen nicht die gleichen Arbeitszeiten wie im Fremdenverkehr oder der Gastronomie, mit sieben Tagen die Woche, Einzug halten. Das ist nicht wünschenswert."

In den ausgewiesenen Tourismusorten dürfen die Geschäfte am Sonntag vier Stunden lang offen haben.