Seilbahnen planen Teilbetrieb im Lockdown

In Salzburg

Seilbahnen planen Teilbetrieb im Lockdown

Vor allem die "Großen" wollen öffnen - Geplanter Saisonstart wegen zu geringer Schneelage teils verschoben - Lifte am Kitzsteinhorn öffnen morgen nach einem Tag Stillstand

In Salzburg haben sich Seilbahnunternehmer gegenüber der APA überrascht gezeigt, dass Lifte während des Lockdowns geöffnet sein dürfen und Skifahren möglich ist. Falls es genug Schnee gibt und die Temperaturen eine technische Beschneiung zulassen, planen vor allem größere Skigebiete den Saisonstart im Lockdown. Das Gletscherskigebiet am Kitzsteinhorn, das nur heute, Montag, wegen des angekündigten Lockdowns geschlossen hat, nimmt morgen wieder den Betrieb auf.

"Bis gestern war nicht klar, ob wir die gleiche Regelung haben wie im Vorjahr, als wir am 24. Dezember die Lifte aufsperren durften - das haben wir damals auch nicht erwartet", sagte Erich Egger, Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft. Die Seilbahnen würden nun wie geplant in die Saison starten. Falls man sehe, dass keine oder zu wenig Gäste kommen, "werden wir die Situation neu bewerten müssen".

Die Schmittenhöhebahn Zell am See wollte ursprünglich am 26. November öffnen. Doch weil es sich abzeichnet, dass dies wegen der geringen Schneelage noch nicht möglich ist, "peilen wir das Wochenende entweder vor oder nach dem 8. Dezember an", sagte Egger, der auch Geschäftsführer der Schmittenhöhebahn ist. Zumindest im oberen Bereich der Schmitten soll dann Skifahren oder Snowboarden möglich sein.

Zu wenig Schnee liegt derzeit auch in Saalbach-Hinterglemm. Einige Lifte sollen am 4. Dezember geöffnet werden, "sofern es die Witterung zulässt", sagte Bergbahnen-Geschäftsführerin Isabella Dschulnigg-Geissler. Zunächst werde es noch einen "Inselbetrieb" geben. Ab 17. Dezember sollen dann alle Verbindungen, auch nach Leogang und Fieberbrunn, gewährleistet sein.

Etwas zurückhaltend äußerte sich Veronika Scheffer, Geschäftsführerin der Zauchensee Liftgesellschaft, zum Start der Wintersaison. Angedacht sei bei einer sehr guten Schneelage zwar ein Teilbetrieb ab 3. Dezember, man wolle aber die Entwicklung der Corona-Situation im gesamten Land und in den Spitälern im Auge behalten. "Die Stammgäste mögen es verzeihen, falls wir den Skibetrieb terminlich nach hinten verschieben."

Auf dem Kitzsteinhorn hat die Wintersaison bereits am 9. Oktober mit einem Teilbetrieb begonnen. Die Lifte standen nur heute still, weil man sich noch am Wochenende nicht sicher war, ob von dem angekündigten Lockdown auch die Seilbahnen betroffen waren. "Jetzt haben wir Klarheit", verwies Norbert Karlsböck, Vorstand der Gletscherbahnen Kaprun, auf die behördliche Verordnung. Der Gletscherjet 1 bis 4, der Magnetköpfllift und die Kitzlifte fahren ab Dienstag wieder. Die Gastronomie am Berg bleibt aufgrund der Covid-19-Verordnung geschlossen. Ein Restaurant bietet Getränke und Jausen als Take-away an.

Bisher war der Besucherstrom am Kitzsteinhorn im Herbst erfreulich, sagte Karlsböck. Die Gästeanzahl sei die gleiche wie in Zeiten vor der Corona-Pandemie gewesen. Wirtschaftlich sei die jetzige Öffnung der Lifte zwar nicht von Vorteil. Man wolle aber der regionalen Bevölkerung eine Möglichkeit zum Skifahren bieten.

In Obertauern wird es, anders als geplant, am kommenden Wochenende noch keinen Liftbetrieb geben. Einen Zeitpunkt für die Öffnung konnte Klaus Steinlechner, einer der Geschäftsführer der Liftgemeinschaft, noch nicht nennen. Je nach Schneelage und der Möglichkeit einer technischen Beschneiung sowie nach Abklärung weiterer Fragen, zum Beispiel ob ein Take-away in der Gastronomie am Berg möglich sei und wie der Skipassverkauf in Zusammenhang mit den Corona-Bestimmungen abgewickelt werde, soll laut dem Geschäftsführer in den nächsten Tagen eine Entscheidung fallen.