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Salzburg AG mit Umsatz- und Gewinnrekord

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Unternehmen investiert dreistelligen Millionenbetrag in mehr Energieunabhängigkeit - Wunsch nach schneller Behördenverfahren - Landes-Dividende fließt in Maßnahmen zum Teuerungsausgleich

Die Salzburg AG hat im Geschäftsjahr 2021 einen Rekordumsatz von 1,72 Mrd. Euro (2020: 1,45 Mrd. Euro) verzeichnet. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg ebenfalls kräftig auf 60,1 Mio. Euro (2019: 51,2 Mio. Euro) - der höchste Gewinn in der Unternehmensgeschichte. Angesichts des Kriegs in der Ukraine und den Folgen für die Energieversorgung kündigte Salzburg AG-Vorstandsvorsitzender Leonhard Schitter am Dienstag hohe Investitionen für mehr Energieunabhängigkeit an.

"Wir müssen den Umbau unseres bisherigen Energiesystems schneller umsetzen", sagte er bei der Bilanzpressekonferenz. Um die unabhängige Energie- und Wärmeerzeugung in Salzburg zu beschleunigen, werde die Salzburg AG alleine heuer 324 Mio. Euro investieren - vor allem in neue Anlagen und Verteilnetze. So errichtet das Unternehmen gerade das Biomasse-Heizkraftwerk Siezenheim II, das Ende 2023 in Betrieb gehen soll und forciert den Fernwärmeausbau im Stadtgebiet von Salzburg.

Noch in diesem Jahr könnte auch mit dem Bau des neuen Salzach-Laufkraftwerks Stegenwald (Pongau) begonnen werden, sofern die notwendigen Bewilligungen vorliegen. Potenzial für die nächsten Jahre ortete Schitter in der Photovoltaik und bei der Windenergie. Zudem sei man gerade dabei, ein weiteres Biomasse-Kraftwerk zu konzipieren. "Wir sehen in allen Bereichen noch Möglichkeiten, die wir ausschöpfen wollen. Aber wir wünschen uns eine Beschleunigung der Behördenverfahren."

Das mit Abstand stärkste Geschäftsfeld der Salzburg AG blieb im Vorjahr der Energiesektor. Die Hälfte des Umsatzes wurde mit Strom erwirtschaftet, hier stiegen die Erlöse von 782,1 auf 863,6 Mio. Euro. Beim Gas wuchs der Umsatz kräftig von 303,9 auf 478,1 Mio. Euro an - was laut Unternehmen auf risikominimierende Geschäfte im Gas-Trading zurückgeht. Gewachsen sind 2021 auch die Umsätze im Bereich Fernwärme (64,2 auf 73,2 Mio. Euro) und im Bereich Telekommunikation (56,5 auf 60,4 Mio. Euro).

Nach wie vor unter der Corona-Krise litten hingegen die Sparten Tourismus und Verkehr. Im Tourismussektor (Festungsbahn, Mönchsberg-Aufzug, Wolfgangsee-Schifffahrt und Schafbergbahn) konnte nach dem massiven Einbruch von 2020 nur ein leichtes Umsatzplus (8,5 auf 9,3 Mio. Euro) verzeichnet werden. Im Verkehr stiegen die Erlöse von 57 auf 58,8 Mio. Euro.

Die Salzburg AG befindet sich im Besitz von Land Salzburg (42,56 Prozent), Stadt Salzburg (31,31 Prozent) und der oberösterreichischen Energie AG (26,13 Prozent). Das Unternehmen wird heuer 30 Mio. Euro an Dividende (Vorjahr: 25,7 Mio. Euro) an die drei Eigentümer ausschütten. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende, der Salzburger LH Wilfried Haslauer (ÖVP), heute sagte, werde der Landesanteil von nicht ganz 13 Mio. Euro "1:1" in Maßnahmen zum Teuerungsausgleich fließen. Dass der Gewinn des Unternehmens für geringere Strom- oder Gaspreise verwendet wird, hielt er nicht für sinnvoll - zumal das Land wesentlich mehr gegen die gestiegenen Kosten zahle.

Das Unternehmen wird 2022 auch einen Fokus auf die neuen Energiegemeinschaften legen und dazu technische Lösungen anbieten. Fortgesetzt wird der vor einigen Jahren begonnen Ausbau von Breitband-Internet im Bundesland. 2022 gibt die Salzburg AG dafür rund 35 Mio. Euro aus.

Schitter begrüßte am Dienstag auch, dass das Kostenrisiko für eine Mindestbevorratungsquote für Erdgas nun doch nicht an die Landesenergieversorger abgewälzt wird, sondern von der Austrian Gas Grid Management (AGGM) übernommen wird. Zum Bilanzstichtag beschäftigte die Salzburg AG übrigens 2.457 Personen (dies entspricht 2.317 Vollzeitkräften) und somit um 123 Personen mehr als im Vorjahr.