03. Dezember 2018 07:04
Landesgericht Salzburg
Prozess um toten Mattseer in Regentonne
Ab heute wird im Landesgericht der Fall eines toten Mannes neu aufgerollt, der im Sommer 2017 in seiner Regentonne in Mattsee gefunden wurde. Angeklagt ist die deutsche Freundin des Mannes.
Prozess um toten Mattseer in Regentonne
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Ein dreitägiger Mordprozess beginnt heute am Salzburger Landesgericht. Eine 62-jährige ehemalige Krankenschwester muss sich wegen Mordes verantworten. Die Deutsche soll ihrem Lebensgefährten im Sommer 2017 Schlaftabletten verabreicht und ihn so getötet haben.

Eigentlich wurde der Prozess bereits im Mai verhandelt. Doch es ist kein Urteil gefallen. Das Schöffengericht hat sich für unzuständig erklärt, weil es einen Mordverdacht sieht. Die ehemalige Krankenschwester hatte zu Verhandlungsbeginn im Mai ihre Unschuld beteuert. Sie habe dem Pensionisten fünf bis sechs Schlaftabletten gegeben, weil ihr die Sexspiele mit ihm zu viel geworden seien. Er habe die Tabletten des Medikaments ohne Nachfragen geschluckt, so die Angeklagte. An dem Tod des Mannes am darauffolgenden Tag trage sie aber keine Schuld. Danach soll die Frau die Leiche drei Wochen lang in einer Plastiktonne in der Garage des Verstorbenen versteckt haben.

Ab heute wird sich ein Geschworenengericht mit dem Fall befassen. Der 62-Jährigen drohen bis zu 20 Jahre Haft oder lebenslänglich. Die Frau ist in Deutschland bereits 15 Mal verurteilt worden und sitzt seit Juni 2017 in Untersuchungshaft.