Kein Imageschaden befürchtet

SalzburgerTourismusorte

Kein Imageschaden befürchtet

ÖHV-Vizepräsident Veit: Hohes Infektionsgeschehen in einzelnen Gemeinden hat kaum Einfluss auf Buchungsverhalten - Unsicherheit vor Omikron-Welle viel entscheidender

Die Omikron-Variante treibt die Infektionszahlen auch in vielen Salzburger Tourismusorten weiter in die Höhe. In Flachau, wo die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bereits an der 10.000er-Marke kratzte, hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Tagen etwas eingebremst. Dafür steigt es in anderen Gemeinden rasch an. Dass Medienberichte über hohe Inzidenzen in den Wintersportorten dem Image Salzburgs als Urlaubsdestination schaden, glauben Touristiker unterdessen nicht.

Am Montag war nach wie vor der Pongau mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 3.298 der Spitzenreiter unter den österreichischen Bezirken. In Flachau ging der Wert mittlerweile leicht auf rund 9.400 zurück, das Land meldete Montagfrüh 373 aktive Fälle in der 3.000-Einwohner-Gemeinde. Bürgermeister Thomas Oberreiter (ÖVP) hatte zuletzt stets betont, das viele der Fälle symptomlos verlaufen würden. Ihm sei kein Fall bekannt, wo eine medizinische Behandlung im Spital notwendig geworden sei.

Hohe Infektionszahlen meldete das Land am Montag auch für Kleinarl (Inzidenz 8.292; 73 aktive Fälle), Wagrain (7.478; 254), Saalbach (5.978; 181) und Annaberg-Lungötz (5.653; 132). Beim Land Salzburg betonte man, dass diese Gemeinden im Moment stark touristisch geprägt seien und sich derzeit ein Vielfaches der Einwohner als Gäste im Ort aufhalten. Die Inzidenz wird aber an der tatsächlichen Einwohnerzahl berechnet, also ohne Gästebetten.

Unterdessen ist Salzburg auch dem Ziel, neue Quarantäne-Quartiere für positiv getestete Touristen zu schaffen, einen Schritt näher gekommen. Am Montag wurde ein erster Vertrag mit einer Unterkunft in Hüttau (Pongau) unterzeichnet, die Gespräche mit einem Quartier in der Nähe des Salzburger Flughafens würden kurz vor dem Abschluss stehen, sagte eine Sprecherin von LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) zur APA. Gesucht werde nun noch ein weiterer Standort im Süden des Landes. "In Summe brauchen wir wohl 70 bis 80 Zimmer, meist Doppelzimmer. Leider haben wir keine Erfahrungswerte, wie hoch der Bedarf tatsächlich sein wird."

Die Unterkünfte würden aber nicht nur für Touristen benötigt, die nicht heimreisen oder im Urlaubsquartier bleiben können, sondern auch für Salzburger, die nicht zu Hause versorgt werden können. Das derzeit einzige Quarantäne-Quartier des Landes in Tamsweg (Lungau) steht nur mehr bis Ende Jänner zur Verfügung. Bezahlt werden die Quarantäne-Quartiere übrigens vom Bund - und zwar mit einem Betrag von bis zu 75 Euro pro Person und Tag.

Dass die jüngste Berichterstattung über das hohe Infektionsgeschehen in einzelnen Urlaubsorten einen Imageschaden für Salzburg bedeutet, glauben Touristiker nicht - auch wenn einzelne Hoteliers zuletzt von Stornierungen verunsicherter Gäste berichtet haben. "Es ist für die Orte, die permanent genannt werden, sicher kein Vorteil. Gebucht wird derzeit aber so wenig, weil die Unsicherheit bezüglich der Omikron-Welle so hoch ist", sagte Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) zur APA. "Die meisten Menschen warten aktuell mit dem Buchen ab." Die erste Woche nach Dreikönig sei traditionell schwächer, normalerweise würden die Buchungen ab Mitte Jänner aber wieder bergauf gehen. "Derzeit sehen wir aber, dass die Nachfrage erst mit Februar wieder gut läuft", so Veit.