Ankunftszentrum beim Messezentrum

Ukraine Flüchtlinge

Ankunftszentrum beim Messezentrum

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Land koordiniert Unterstützung und baut Struktur für Versorgung, Betreuung und Integration auf

„Von gestern auf heute sind am Salzburger Flughafen rund 85 Personen in Salzburg angekommen, von denen 65 in das Erstaufnahmezentrum in Mondsee gebracht worden sind, die anderen sind privat weitergereist“, berichtet Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der den Salzburgerinnen und Salzburgern für ihr großes zivilgesellschaftliches Engagement dankt. „Noch ist unklar, wie viele Menschen in den kommenden Tagen und Wochen nach Salzburg kommen werden“, so der Landeshauptmann.

Ankunftszentrum in der Messe

Das Ankunftszentrum wird in der Halle 4 im Messezentrum eingerichtet. In unmittelbarer Bahnhofsnähe wird es einen Erstinfobereich geben, um die Ankommenden in ihrer Muttersprache mit den wichtigsten Infos versorgen zu können. „Wir werden in den kommenden Tagen zusätzlich rund 500 Quartiere organisieren. Unsere derzeitige Arbeitsgröße in Sachen Aufnahmekapazitäten ist 75.000 für Österreich, für Salzburg also in etwa 5.000“, sagt Haslauer.

Prüfen, helfen, betreuen

Die ankommenden Personen müssen erfasst und getestet werden, die Bundespolizei prüft die Identität. „Gleichzeitig ist es wichtig, dass ausreichend Übersetzer vorhanden sind. Ebenso psychosoziale Betreuung, weil viele Flüchtlinge traumatisiert sind“, fasst Haslauer die Maßnahmen für die Ankommenden zusammen.

Schellhorn: „Viele Einmeldungen für Quartiere.“

„Eine zentrale Aufgabe ist es, Quartiere für die Ankommenden zu organisieren. Es gibt bereits viele private Einmeldungen, bis Ende kommender Woche werden voraussichtlich 250 Plätze in institutionellen Quartieren und 250 in Privatquartieren zur Verfügung stellen. Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt, müssen aber vorbereitet sein, wobei wir aus früheren Jahren krisenerfahren sind“, so Schellhorn. Der Landeshauptmann-Stellvertreter betont auch die Möglichkeit der schnellen Integration in den Arbeitsmarkt: „Wir werden die Qualifikationen erheben und auch das Angebot an Deutschkursen für eine berufliche Tätigkeit in Salzburg entsprechend ausbauen.“

Klambauer: „Große Betroffenheit und großer Hilfswille.“

„In Salzburg herrscht große Betroffenheit über das Schicksal der ukrainischen Bevölkerung, gleichzeitig ein sehr großer Wille zu helfen. Unsere Aufgabe ist es, die zahlreichen Hilfsangebote zusammenzubringen“, ist auch für Landesrätin Andrea Klambauer klar. Wer helfen will, kann sich an das Freiwilligenzentrum wenden, das die Angebote koordiniert, „Wir setzen einen speziellen Fokus auf Dolmetsch- und Sprachdienste und stehen in enger Verbindung mit der kleinen ukrainischen Gemeinde in Salzburg“, so die Landesrätin. Auch eine Schnittstelle zu Sprachhelfern an den Schulen wird geschaffen. „Darüber hinaus sind wir mitten in den Vorbereitungen, uns auf die Betreuung von Kindern der Flüchtenden vorzubereiten“, sagt Klambauer. Für die länger bleibenden wird eine Integration in den Kindergärten angestrebt, aber auch stundenweise Betreuung über Freiwilligendienste wird sichergestellt.

Koordination für Geld- und Sachspenden

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist riesig. Für Geldspenden bündelt die Aktion „Nachbar in Not“ die zahlreichen Initiativen. Eine Website des Innenministeriums informiert, welche Sachspenden sinnvoll und hilfreich sind, um allen Hilfswilligen die notwendige Orientierung geben zu können.

Informationsplattform Ukrainehilfe

Für alle, die Hilfe benötigen oder ihre Hilfe anbieten wollen, hat das Land Salzburg eine Informationsplattform unter www.salzburg.gv.at/ukrainehilfe eingerichtet. Hier finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen auch auf Englisch, Ukrainisch und Russisch. Darüber hinaus sind dort laufend Meldungen zur Flüchtlingssituation in Salzburg, die per kostenlosem Newsletter abonniert werden können. Alle Infos sind mobil über die Land Salzburg App abrufbar und in Kürze auch in einfacher Sprache verfügbar.

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