Landwirtschaftsschule_Tamsweg Werkstätten

Tamsweg

Modernisierung der Landwirtschaftlichen Fachschule abgeschlossen

Mit den nun von Grund auf neu gebauten Werkstätten ist die umfassende Modernisierung der Landwirtschaftlichen Fachschule  Tamsweg abgeschlossen. „Der Lungau hat damit ein Top-Ausbildungszentrut" so Landesrat Josef Schwaiger. Rund 7 Millionen Euro wurden dafür investiert.

Schülerheim und Turnsaal wurden vor fast zehn Jahren neu gebaut, das Hauptgebäude von 2015 bis 2017 saniert. Jetzt ist der Werkstättentrakt für Holz- und Metalltechnik, aber auch zur Veredelung von Fleisch, Milch und Obst fertig. „Die Werkstätten sollen auch außerhalb des Schulbetriebs wirken. Der Fleischbereich wird als Gewerbebetrieb geführt, die Landwirtschaftsschule tritt hier als Dienstleister für die Bäuerinnen und Bauern aber auch für Firmen auf“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger.

„Insbesondere die Lebensmittelverarbeitung, die nunmehr auf modernsten Stand möglich ist, war mein größtes Anliegen. Regionalität funktioniert nur, wenn unsere Landwirte mit ihren Rohprodukten die Veredelung auf hohem handwerklichen Niveau erlernen. Fleisch-, Milch- und Obstveredelung ist jetzt möglich und vor allem in der kleinstrukturierten Landwirtschaft des Lungaus unabkömmlich“, so Schwaiger.

 

Ausbildung noch praxisnäher

Auch so klingt Schule in den neuen Werkstätten der LFS Tamsweg: Es hämmert, klopft, rasselt. Funken sprühen vor der Schweißbrille, mit einem satten Surren startet die Fräsmaschine. Die 15-Jährige Julia ist mit Eifer bei der Arbeit. „Drehen, fräsen, schweißen – das ist genau meins. Auf einem Bauernhof gibt es immer etwas mit Metall zu tun“, findet die Schülerin aus Untertauern. „Wir können mehr Gruppen gleichzeitig betreuen, und das auf größeren und besseren Maschinen“, erklärt ihr Holztechnik-Lehrer Hubertus Wieland. „Jetzt haben wir einen guten Stand erreicht, um die Schüler nach dem neuen Lehrplan unterrichten und sie gut ausgebildet ins Berufsleben entlassen zu können.“

 

Schule der Gerüche

Man kann förmlich riechen, in welcher Werkstatt man sich gerade befindet. Der Selchgeruch in der Metzgerei, in der Käserei frischer Milchduft, süßliche Aromen in der Obstverarbeitung, bevor einen der warme Holzgeruch in der Tischlerei einfängt und es nebenan metalllisch in der Nase kitzelt.

 

Schüler reden mit

Leonhard Moser aus Mariapfarr hat hier sein erstes Joghurt selber hergestellt. „Heidelbeer und Marille-Roggen“, verrät der 16-jährige, der sein neues Wissen im heimatlichen Mutterkuhbetrieb einsetzen kann. Die neuen Werkstätten empfindet er als „wesentlich geräumiger und angenehm zu arbeiten. Wir haben hier oben im zweiten Stock viel mehr Tageslicht.“ Und was er besonders toll findet: „Wir werden im Unterricht nach Verbesserungen gefragt, die dann auch umgesetzt werden.“

 

Das erste Verkaufsgespräch in echt

Um die erzeugten Produkte auch gut veredeln und vermarkten zu können, ergänzt ein Raum für Produktpräsentationen und Verpackung sowie für den Gegenstand Ernährung und Haushalt mit einem Küchenblock das Angebot - auch für Anbieter von außerhalb. Schülerinnen und Schüler üben hier Verkaufsgespräche. Seit 2015 steht die Produktveredelung ganz oben auf dem Lehrplan. „Damit wollen wir die Schule noch stärker als regionales Kompetenzzentrum in den Mittelpunkt rücken“, so Direktor Matthias Gappmaier.

 

Ohne Flächenfraß

Der Bau kommt mit wenig Verkehrsflächen aus und „frisst“ dank mehrerer Geschoße wenig Grund. Überdachte Sitznischen bieten Rückzugsorte. Auch bei der Energieversorgung ist die Schule auf der Höhe der Zeit. Geheizt wird mit Fernwärme aus der Tamsweger Genossenschaftsanlage, auf dem Werkstättendach wurde die Leistung der bisherigen Photovoltaikanlage verfünffacht.


Daten und Fakten

Bauzeit Werkstätten: Juni 2020 bis November 2021
Baukosten Werkstätten: rund 7 Millionen Euro
Gesamtinvestitionen in den Schulstandort seit 2010: rund 18,5 Millionen Euro
144 Schülerinnen und Schüler (Schuljahr 2020/21) in 6 Klassen