18. September 2014 12:13
Ermittlungsgruppe „Bettelei“
Menschenhandel und Bettelbetrug
Die Polizei hat die Ergebnisse von zwei Ermittlungsfällen im Bettlermilieu bekannt gegeben.
Menschenhandel und Bettelbetrug
© LPD Salzburg

Heute Mittag hat die Salzburger Polizei die Ergebnisse von langwierigen Ermittlungen im Bettlermilieu vorgestellt. Seit November 2013 ist die Sonder-Ermittlungsgruppe „Bettelei“ in Salzburg tätig und hat festgestellt, dass das Betteln in Salzburg teilweise organisiert und kriminell ist.

Vorgetäuschte Beeinträchtigungen

In mehreren Fällen hat die Polizei Bettler ausgeforscht, die ihre körperlichen Beeinträchtigungen nur vortäuschen. Sie benutzen Stöcke oder antrainierte Gehstiele um das Mitleid der Passanten zu erwecken. Dadurch würden sie deutlich mehr Geld bekommen, als sonst. In diesen Fällen ermittelt die Polizei wegen gewerbsmäßigem Bettelbetrug.

Menschenhandel

Ein extremer Fall ist auch dabei. Die Polizei hat einen mutmaßlichen Drahtzieher im Fall von Menschenhandel ausgeforscht. Der 52-jährige Slowake soll mehrere Menschen nach Salzburg gebracht und zum Betteln gezwungen haben. Er ist bereits den slowakischen Behörden wegen Menschenhandel im Bettlermilieu bekannt. Die Opfer, drei Männer und eine Frau, mussten das gesamte Geld bei dem Tatverdächtigen abgeben. Aufgeflogen ist dieser Fall, weil sich die Frau an eine Slowakin, die sich als Austauschstudentin in Salzburg aufhält, wandte und um Hilfe bat. Der Tatverdächtige Robert L. konnte von der Polizei nur kurzfristig festgehalten werden und ist nun aus Salzburg verschwunden.