26. März 2013 12:15
Prostituierte freigekauft
Menschenhandel im Innviertel
Im Zuge von Ermittlungen im Rotlichtmilieu bestätigte sich der Verdacht von Menschenhandel im oberösterreichischen Innviertel.
Menschenhandel im Innviertel
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Durch Ermittlungen des Bundeskriminalamts und des Landeskriminalamts OÖ erhärtete sich vor ca. eineinhalb Jahren der Verdacht, dass Bordellbetreiber im Innviertel ausländische Mädchen in ihren Bordellen der Prostitution zuführen und dort ausbeuten sollen.

Nach bisherigen Erkenntnisstand wurden in der Zeit zwischen 2001 bis 2009 ca. 50 bis 70 Mädchen auf diese Art von zwei slowakischen Zuhältern, 41 und 42 Jahre alt, aus der Slowakei nach Österreich verbracht und ausgebeutet.

45-jähriger Salzburger zahlt 58.000 Euro

Den Zuhältern wird auch der “Verkauf” einer polnischen Prostituierten vorgeworfen. Sie sollen einem verliebten Freier für das polnische Mädchen 58.000 Euro abgenötigt haben. Der Freier hatte sich in das Mädchen verliebt und wollte es aus dem Rotlichtmilieu herausholen. Die Zuhälter drohten mit der Übergabe des Mädchens an eine ausländische Gruppierung, würde der verliebte Freier nicht bezahlen. Um das Mädchen davor zu bewahren zahlte der 45-jährige Salzburger den verlangten Geldbetrag an die Zuhälter.

Infolge der zahlreichen Zeugenaussagen der ausgebeuteten Frauen wurden mit den slowakischen Polizeidienststellen gemeinsame Ermittlungen geführt. Durch die in der Slowakei geführten parallelen Erhebungen konnte der Verdacht bestätigt und erhärtet werden.

Acht Verhaftungen in der Slowakei

Bei einer Anfang März 2013 durchgeführten internationalen Polizeiaktion wurden in der Slowakei acht Verdächtige verhaftet. Darunter auch die beiden oben angeführten Slowaken. Die 41- und 42-jährige Zuhälter betrieben nicht nur im Innviertel Bordelle sondern auch in der Slowakei.

Die internationale Polizeiaktion wurde von den Staatsanwaltschaften Ried im Innkreis und der slowakischen Staatsanwaltschaft Ziline geleitet. Den Verdächtigen werden grenzüberschreitender Prostitutionshandel, schwere Erpressung, Menschenhandel, schwere Nötigung und Freiheitsentziehung zur Last gelegt. Die Verdächtigen sitzen in der Slowakei in Untersuchungshaft.