Mangelhafte Gurtmoral forderte 2013 bereits neun Todesopfer

ÖAMTC bestätigt

Mangelhafte Gurtmoral forderte 2013 bereits neun Todesopfer

Nur 76 Prozent der Autofahrer sind immer angeschnallt unterwegs.

Von 1. Jänner bis 14. April 2013 verunglückten auf Österreichs Straßen laut BMI neun nicht angegurtete Personen. 2012 waren es insgesamt 61 Personen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist zwar ein minimaler Rückgang erkennbar (2011 waren es 62, 2010 waren es 65 Personen), eine wirkliche Bewusstseinsänderung gab es jedoch nicht. Laut einer ÖAMTC-Befragung schnallen sich nur 76 Prozent immer an. "Die Bedeutung des Sicherheitsgurts wird leider immer noch oft unterschätzt. Insbesondere im Ortsgebiet sind viele der Meinung, dass es nicht nötig ist, sich anzuschnallen", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

Einen Grund für die mangelhafte Gurtmoral ortet Seidenberger im falschen Sicherheitsgefühl, das Airbags und Fahrerassistenzsysteme vermitteln. "Der ständige technische Fortschritt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit, den Gurt kann er jedoch nicht ersetzen. Airbags schützen nur dann optimal, wenn man angeschnallt ist", appelliert die ÖAMTC-Expertin. Bei einem Aufprall werden aus etwa 60 Kilo Körpergewicht kurzfristig leicht zwei Tonnen. Nicht angeschnallte Heckpassagiere gefährden somit nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Insassen.

Lenker trägt Verantwortung für richtige Kindersicherung

Rechtlich gesehen ist jeder Pkw-Insasse selbst für das Anlegen des Sicherheitsgurts verantwortlich. Als Fahrer sollte man sich dennoch immer vergewissern, dass alle Mitfahrer angeschnallt sind. Wird man ohne Sicherheitsgurt erwischt, droht eine Organmandatsstrafe von 35 Euro. Bei Zahlungsverweigerung folgt eine Anzeige mit Höchststrafe von 72 Euro.

 Für die Sicherung von Kindern ist übrigens immer der Fahrer verantwortlich. Eine ÖAMTC-Erhebung im Jahr 2012 hat gezeigt, dass 16 Prozent der Kinder völlig ungesichert im Auto sitzen, weitere 24 Prozent waren ungenügend gesichert. Unterlassene Kindersicherung ist ein Vormerkdelikt. Bei der zweiten Vormerkung für ganz mangelhafte oder nicht vorhandene Kindersicherung kommt zur Strafe zusätzlich ein Kindersicherungskurs hinzu.

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