Schüttdorf Entlastungsstraße

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Lang ersehnte Entlastungsstraße eröffnet

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Verringerung des Verkehrs und Ende langer Umwege in Schüttdorf / Zeitplan und Baukosten im Plan

Nach zwei Jahren Bauzeit können die Bewohner der Region Zell am See und im Oberpinzgau aufatmen. Mit der heutigen Eröffnung der Entlastungsstraße ist der Knoten im Verkehrsfluss in Schüttdorf gelöst. „Mehr Lebensqualität, keine zeitraubenden Umwege mehr aus dem und in den Oberpinzgau und eine deutliche Reduktion der Staus für Schüttdorf bringen eine spürbare Erleichterung“, betonten die Landesräte Stefan Schnöll und Josef Schwaiger beim heutigen Festakt.

Nach zwei Jahren Bauzeit, einer Investition von 18,4 Millionen Euro, großen technischen Herausforderungen und einem perfekten Zusammenspiel mit dem Hochwasserschutz Zeller Becken konnte heute, genau nach Zeitplan, die neue Entlastungsstraße B168a feierlich eröffnet werden. Sie verbindet die B311 Pinzgauer Straße südlich von Schüttdorf mit der B168, der Hauptverkehrsader im Oberpinzgau. Der Verkehr auf der B311 bei Schüttdorf soll sich damit um mehr als ein Viertel verringern, für die B168 wurde eine Verbesserung um 45 Prozent errechnet.

Schnöll: „Kürzere Wege, weniger Stau, mehr Lebensqualität.“

„Die Voraussetzungen für die lang ersehnte Entlastungsstraße waren technisch sehr herausfordernd. Der Untergrund machte es notwendig, alternative Baumethoden anzuwenden. Doch auf unsere Experten im Land war auch hier Verlass, sie haben unter anderem in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien innovative Lösungen gefunden. Gleichzeitig konnten wir sowohl den Zeitplan als auch den Kostenrahmen einhalten. Autofahrer sparen sich ab sofort den Umweg durch das dicht bebaute Gewerbegebiet am Stadtrand von Zell am See und die Entlastung im Bereich Bruckberg bringt für alle Pendlerinnen und Pendler eine wesentliche Erleichterung und Zeitersparnis. In Summe bringt das mehr Lebensqualität für die Menschen in der Region“, so Landesrat Stefan Schnöll.

Schwaiger: „Straße und Hochwasserschutzdamm in einem.“

Rund 600 Meter der Umfahrungsstraße wurden auf dem Damm des Hochwasserschutzes Zeller Becken errichtet, der mehr als 700 Objekte und rund 4.700 Menschen schützt. Dafür wurde er verbreitert und noch zusätzlich abgedichtet. „Der Schutzdamm ist auf einer maßgeblichen Strecke das Fundament für die Straße und somit konnte Vorhandenes effizient genutzt werden. Mit dem gemeinsamen Projekt konnten wir im Vorjahr bereits einen Schaden von rund 50 Millionen Euro verhindern. Es entstehen außerdem neue Radwege und Fußgängermöglichkeiten. Hier haben alle gemeinsam geplant, gebaut und zusammengeholfen und es ist etwas entstanden, von dem die Menschen in der Region sehr stark profitieren“, betonte Landesrat Josef Schwaiger.

Wimmreuter: „Große Erleichterung für Einheimische, Pendler und Gäste.“

„In den vergangen Wochen stieg beim Blick auf die Baustelle die Vorfreude auf den heutigen großen Tag für Zell am See immer mehr. Wir konnten es kaum noch erwarten. Ich freue mich, dass jetzt die Einheimischen ihre Wege viel entspannter als früher zurücklegen können und die Region auch für unsere Gäste noch attraktiver wird“, so Bürgermeister Andreas Wimmreuter. „Wir haben die Bauarbeiten auch dafür genutzt, die Ortsteile Zellermoos und Schüttdorf vor Hochwasser zu schützen und die Wasserversorgung und das Kanalnetz auf einen modernen Stand zu bringen“, ergänzt Wimmreuter.

Innovative Lösungen beim Straßenbau

Der Untergrund auf dem die Entlastungsstraße errichtet wurde, war eine Herausforderung für Planung und Bau. Torf, Schluff, Schlamm und eine stabile Felsbasis weit im Untergrund waren zu bewältigen, beinahe Verhältnisse wie in Venedig. „Deshalb wurden auch rund 900 Holzpfähle als ,Setzungsbremse‘ in den Boden gerammt und 100 Meter der Trasse in Hightech-Leichtbauweise auf Glasschaumgranulat gebaut“, erklärt Projektleiter Christian Cecon von der Landesbaudirektion. Auch die Brücke über die Pinzgauer Lokalbahn steht mit Hilfe von 47 bis zu 27 Meter langen Großbohrpfählen auf festem Untergrund.

Daten und Fakten zur Entlastungstraße

  • Bauzeit: Juli 2020 bis Juni 2022
  • Länge: 1,5 Kilometer
  • Gesamtkosten: 18,4 Millionen Euro
  • Verlauf: B311 Pinzgauer Straße Höhe Firma Porsche, nördlich am Flugplatz Zell am See vorbei, Anbindung an B168 Mittersiller Straße auf Höhe Baumarkt Ebster
  • Verkehrszahlen aktuell (Durchschnitt): Schüttdorf: 22.500 Fahrzeuge pro Tag; B168: 17.500 Fahrzeuge pro Tag; B311: 19.000 Fahrzeuge pro Tag
  • Berechnete Entlastung: B311 (Schüttdorf): minus 28 Prozent, B168 (Bruckberg): minus 45 Prozent

Innovative Lösungen beim Straßenbau

  • 100 Meter Straßendamm in Hightech-Leichtbauweise mit Glasschaumgranulat
  • 2.400 Tonnen Glasschaum ersetzen rund 14.500 Tonnen Schüttmaterial
  • 900 Holzpfähle wurden als „Setzungsbremse“ in die weiche Erde gerammt
  • Brücke über die Pinzgauer Lokalbahn steht mit Hilfe von 47 bis zu 27 Meter langen Großbohrpfählen auf festem Untergrund.
  • Brücke mit 11,5 Metern Spannweite und einer lichten Höhe von 6,2 Metern

Hochwasserschutz als Teil der Umfahrung

  • 600 Meter der Straße auf neuem Hochwasserschutzdamm errichtet
  • Damm wurde dafür verbreitert abgedichtet und der Straßentrasse angepasst
  • 701 Objekte und 4.692 Bewohner im Zeller Becken durch Dämme vor Hochwasser geschützt
  • 2021 bereits 50 Millionen Euro Hochwasser-Schaden verhindert

Quelle: Land Salzburg