Das ist Papst Benedikt XVI

Rom

Kleines Papst-Programm in Benedikts letzten Wochen

Kein "Plan B" für Ostern - Wahl des Kirchenoberhaupts im März geplant

In den letzten Wochen seines Pontifikats hat Papst Benedikt nur noch ein kleines Programm, das ganz auf die Fastenzeit vor Ostern ausgerichtet ist. So wird Benedikt auf dem römischen Hügel Aventin die Aschermittwochsliturgie feiern. Dazu kommen die traditionellen Angelus-Gebete am Sonntag und die Generalaudienzen am Mittwoch.

Für ein weiteres Konsistorium der Kardinäle zwecks Ernennung neuer Purpurträger vor der nächsten Papstwahl dürfte die Zeit zu knapp sein. Benedikt hatte erst Ende vergangenen Jahres die Zahl der Kardinäle aufgestockt und dabei eine frühere "Europa-Lastigkeit" in dem Kollegium leicht verändert. Unter den 120 Kardinälen, die nach den letzten Ernennungen jünger als 80 Jahre waren und damit einen Pontifex wählen dürften, waren die Europäer mit 62 immer noch in der knappen Mehrheit.

Damit dürften auch keine weiteren Deutschen noch unter Benedikt zu Kardinälen erhoben werden, also auch nicht sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, oder der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller. Dieser kann zwar mit seiner baldigen Ernennung zum Purpurträger rechnen, aber dann unter einem neuen Papst.

Für das Osterprogramm gebe es keinen "Plan B", betont der Vatikan. Wie Sprecher Federico Lombardi sagte, geht der Heilige Stuhl davon aus, dass im Monat März ein neuer Papst gewählt wird, der dann auch das Osterfest mit den Katholiken feiert. Im Ernstfall könnte aber auch Kardinalsdekan Angelo Sodano oder Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone dieses übernehmen.

Salzburgs Oberhirte überrascht und betroffen

Mit "großer Überraschung, Betroffenheit und mit Respekt für den mutigen Schritt" hat der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser am Montag den Rücktritt des Papstes "in seiner Verantwortung für die Gesamtkirche" zur Kenntnis genommen. Kothgasser hält sich derzeit bei einem Bischofstreffen in Deutschland auf und konnte deshalb nicht ausführlicher Stellung nehmen.

Der schon seit April 2012 auf die Annahme seines Rücktrittsgesuchs wartende Salzburger Oberhirte verwies dann auf die besondere Beziehung des Papstes zur österreichischen Nachbarschaft: Vor allem während seiner Zeit als Erzbischof von München-Freising habe Josef Ratzinger wiederholt im Gasteinertal seinen Urlaub verbracht. „Ich bitte die Gläubigen, Papst Benedikt XVI. im Gebet zu begleiten und zugleich seine Sorge für die Kirche Gottes in Verantwortung und tätiger Liebe mitzutragen“, so Kothgasser.

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