Skifahren

Zu viele Skiunfälle

KFV erhöht Unfallprognose

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Hohe Zusatzbelastung für die Spitäler erwartet - Auslastung der Unfallambulanzen mancherorts auf Vor-Corona-Niveau

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hat seine Prognose bei den Wintersportunfällen für die heurige Saison nach oben korrigiert und geht nun von 25.000 aus. Im Dezember rechnete das KFV noch mit 15.000, doch ein verhältnismäßig guter Tourismussaisonstart mit ebensolchen Wetter- und Schneebedingungen begünstige die negative Unfall-Bilanz. Die Präventionsexperten plädieren weiterhin für umsichtiges Verhalten auf den Pisten und Beachtung der wichtigsten Schutzmaßnahmen.

Während die Zahl der Corona-Erkrankungen in Österreich steigen, sorgen aktuell auch etliche schwer und schwerstverletzte Wintersportelnde für eine gesteigerte Krankenhausauslastung, berichtet das KFV. Mancherorts melden die Unfallambulanzen eine Auslastung beinahe auf Vor-Corona-Niveau. "Die Pandemie-bedingten Einschränkungen sind bis jetzt nicht so einschneidend ausgefallen wie im letzten Jahr, deswegen sind in der heurigen Saison wieder wesentlich mehr Skifahrende auf den Pisten", resümiert Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Forschungsbereich Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Auch 25.000 Verletzte würden noch nicht ganz dem Vor-Corona Niveau entsprechen (2019: 40.000 Wintersportunfälle), ist aber dennoch eine sehr hohe Zahl", so Trauner-Karner. Mit einer Inzidenz von ein bis zwei spitalsbehandelten Verletzten auf 100 Ausübende zähle der in Österreich so beliebte Wintersport - allen voran das Skifahren - zu den unfallträchtigsten Freizeitaktivitäten. "Rund ein Drittel der beim Wintersport verunfallten Personen muss aufgrund der Verletzungsschwere stationär behandelt werden", so Trauner-Karner. Bei einer durchschnittlichen stationären Behandlungsdauer von sechs Tagen sind das hunderte Spitalsbetten die pro Tag in der Wintersaison belegt werden - eine hohe Zusatzbelastung für die Spitäler.

Besonders vorsichtig sein sollten Wintersport-Wiedereinsteiger oder wer schon längere Zeit auf den Skiern oder am Snowboard unterwegs ist. Die Unfallstatistik zeigt, dass sich zwischen 14.00 und 15.00 Uhr sowie kurz vor der Mittagspause besonders viele Unfälle ereignen. Schnellere Lifte und hohe Beförderungskapazitäten sorgen dafür, Skifahrende inzwischen wesentlich länger auf der Piste unterwegs sind, durchschnittlich 95 Minuten pro Skitag - das KFV rät daher zu Pausen.

Eine weitere häufige Unfallursache ist die zu hohe Geschwindigkeit, die Hälfte der Skifahrenden erreichen Spitzengeschwindigkeiten von fast 70km/h Kilometern pro Stunde. Besondere Vorsicht gilt auch bei den belieben Rodel-Familienausflügen: Kopfverletzungen sind dabei keine Seltenheit, im Gegenteil, sie liegen bei den schweren Unfällen an erster Stelle. Ein Helm ist hier sowohl für Kinder als auch Erwachsene ein wichtiger Begleiter. Kinder sitzen hinter dem Erwachsenen sicherer als vorne.

Quelle: APA

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