Festspiel-Präsidentin Christine Hammer und LH Wilfried Haslauer

Salzburger Festspiele fiebern Sommer entgegen

Kartenbestellungen heuer wie im Rekordjahr

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Ex-Präsidentin Rabl-Stadler legte ihren letzten Rechnungsabschluss vor - Dank Hilfen auch im zweiten Corona-Jahr ausgeglichene Bilanz - Mehr Aufgaben für neue Präsidentin Hammer

Die Salzburger Festspiele dürfen einem erfolgreichen Sommer entgegenfiebern: Die Zahl der bestellten Karten liegt auf dem Niveau des Rekordjahres 2019, also wie in Vor-Corona-Zeiten, informierte Präsidentin Kristina Hammer am Dienstag nach einer Sitzung des Kuratoriums. Noch einmal durfte heute auch ihre Vorgängerin Helga Rabl-Stadler teilnehmen, legte sie doch ihren letzten - trotz Corona ausgeglichenen - Jahresabschluss zur Entlastung vor.

Freilich hat die Pandemie eine Kerbe in die Finanzen der Festspiele geschlagen, besonders was die Vermietung der Häuser betrifft. Diese Einnahmen gingen um 2,8 Millionen Euro auf bescheidene 417.000 Euro zurück. Aus dem Kartenverkauf für Pfingsten und Sommer zusammen wurden im Vorjahr 26,9 Mio. Euro eingenommen, das sind rund vier Mio. Euro weniger als in der Vor-Corona-Saison 2019. Dank Covid-19-Förderungen des Bundes (insbesondere die Kurzarbeitsbeihilfe), des Schutzschirms für die Pfingstfestspiele, der Förderung betrieblicher Testungen sowie hoher Sponsoringerlöse konnte der Salzburger Festspielfonds für 2020/21 letztlich trotzdem ausgeglichen bilanzieren. Die Auslastung lag 2021 bei 91 Prozent, es wurden 227.062 Karten ausgegeben.

Die Bilanzsumme für das Ende September 2021 zu Ende gegangene Geschäftsjahr betrug 95 Mio. Euro, informierte Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der heuer den turnusmäßigen Vorsitz im Kuratorium innehat. Davon konnten 1,25 Mio. Euro den Investitions-Rücklagen und 2,4 Mio. Euro den Programm-Rücklagen zugeführt werden.

In der heutigen Sitzung wurde auch eine neue Aufgabenverteilung im dreiköpfigen Direktorium fixiert: Kristina Hammer bekommt zusätzliche Aufgaben, nämlich zu den Bereichen Sponsoring, Protokoll und Presse nun auch die Bereiche Marketing und Vertrieb (inklusive Kartenbüro).

Weiters informierte der Kaufmännische Direktor Lukas Crepaz heute das Kuratorium über die Sanierung und Erweiterung der Festspielhäuser: Nach der Verabschiedung der städtebaulichen Rahmenbedingungen durch den Salzburger Gemeinderat konnte nun die zweite Phase des Generalplaner-Wettbewerbs gestartet werden. Die Wettbewerbsjury hat 15 Büros ausgewählt, welche bis nach Ostern konkrete Vorentwürfe für die in der Auslobungsbroschüre detailliert ausformulierte Aufgabenstellung ausarbeiten sollen. Das Preisgericht zur Prämierung der Wettbewerbssieger findet Mitte Juni statt.

Rabl-Stadler bilanzierte heute auch noch, mit wie vielen Politikern sie es in ihren 27 Jahren als Präsidentin zu tun hatte: neun Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin, zehn Kunstminister, eine Staatssekretärin und zwei Staatssekretäre, drei Landeshauptmänner und eine Landeshauptfrau sowie drei Bürgermeister. Im Haus selbst arbeitete sie mit sechs Intendanten und drei Kaufmännischen Direktoren, drei Konzert-Chefs und sieben Schauspielchefs und einer Schauspielchefin zusammen. Sie verabschiede sich nun mit zwei lachenden Augen, weil sie die Festspiele völlig stabilisiert und als bestes Festival der Welt übergeben könne. Sie habe fast 200 Millionen Euro an Sponsorgelder für die Festspiele aufgetrieben, 23 davon noch für die Jahre 2022 bis 2026.

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