Italien

Corona

Italien lockert Maßnahmen weiter

Nächtliche Ausgangssperre entfällt - Ab dem 21. Juni wird das ganze Land "weiß"

Italien hat in vielen Landesteilen die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Mit Montag gehörten weitere Gegenden zur sogenannten weißen Zone mit den wenigsten Regeln und Maßnahmen. Dazu zählten unter anderem die norditalienischen Regionen Emilia Romagna und Piemont, die Lombardei mit der Metropole Mailand, die Autonome Provinz Trient, Latium mit der Hauptstadt Rom und Apulien.

In den weißen Regionen entfallen unter anderem die nächtliche Ausgangssperre und die Beschränkungen in der Außengastronomie. Damit gelten für den überwiegenden Teil der Menschen in Italien die lockersten Corona-Regeln. 40 Millionen Italiener - zwei Drittel der Bevölkerung - leben in Landesteilen mit geringen Restriktionen. Dort sind Vergnügungsparks wieder offen, Kongresse und Hochzeitsempfänge können wieder stattfinden.

Gesundheitsminister Roberto Speranza zeigte sich zuversichtlich, dass am 21. Juni ganz Italien zur weißen Zone erklärt wird. "Wir müssen daran arbeiten, dass die Zahl der Todesfälle auf null sinkt, aber all das ist dank der Vakzine möglich", sagte Speranza.

Nachdem die Regierung am Freitag beschlossen hatte, dass der AstraZeneca-Impfstoff nur mehr an Menschen im Alter von über 60 Jahren verabreicht werden soll, bemühte sich der Gesundheitsminister, die Sorgen um die Sicherheit des Vakzins zu zerstreuen. "Ich möchte noch einmal bekräftigen, dass die Impfkampagne die Waffe ist, über die wir verfügen, um dieser Pandemie ein Ende zu setzen." Die Inzidenzrate sei durchaus niedrig, was Anlass zur Hoffnung gebe.

Der AstraZeneca-Impfstoff soll weiterhin in Italien verwendet werden, allerdings mit Altersbeschränkungen. Auf europäischer Ebene sei eine Debatte über die Sicherheit der Vakzine im Gange. Es zeichne sich die Entwicklung ab, in Zukunft nur mRNA-Vakzine zu nutzen, also jene von Pfizer und Moderna. Auf die Bedenken vieler Italiener unter 60 Jahren, die eine AstraZeneca-Dosis erhalten haben und jetzt eine zweite Spritze von Pfizer oder Moderna bekommen werden, reagierte der Minister mit dem Rat: "Wir müssen unseren Wissenschaftern vertrauen." Mit der Injizierung von zwei verschiedenen Vakzinen seien keine Gefahren verbunden, versicherte er.