Contact Tracer

Entlastung fürs Contact Tracing

Infizierte bekommen SMS für Absonderung

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Mehr als 11.643 neue Infektionen im Bundesland Salzburg in der vergangen Woche. Mehr als 2.700 alleine von gestern auf heute. Jede dieser positiv getesteten Personen muss behördlich abgesondert werden.

Das bedeutet eine Mammutaufgabe für das Contact Tracing in Salzburg, für die Gesundheitsbehörden insgesamt und auch für die Technik des bundesweiten Meldesystems EMS. Ab Freitag soll in Salzburg ein neues automatisches SMS-System die Gesundheitsbehörden entlasten und es für die betroffenen Personen einfacher machen.

Allein vergangene Woche (Montag, 10., bis Sonntag, 16. Jänner) gab es 11.643 Neuinfektionen im Bundesland Salzburg. Spitzenreiter war dabei der Pongau mit 3.153 Fällen, gefolgt vom Pinzgau (2.252), dem Flachgau (2.112), der Stadt Salzburg (2.098), dem Tenngau (1.480) und dem Lungau 548. „Die 7-Tages-Inzidenz betrug 2.070, heute, am 19. Jänner, liegt sie bereits bei 2.304. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der vierten Welle im vergangenen November lag sie bei 1.700. Also rund ein Drittel niedriger als heute“, informiert Gernot Filipp, Leider der Landesstatistik in Salzburg.

500 Tracer im Einsatz

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen konzentriert sich das Contact Tracing in Salzburg auf infizierte und besonders gefährdete Personen. Von Montag bis Sonntag arbeiten an sieben Tagen in der Woche allein beim Land Salzburg bis zu 500 Personen in mehreren Schichten: „Unterstützt werden sie dabei von externen Mitarbeitern der Salzburg AG und des Bundesheers. Kommende Woche beginnen weitere zwölf Vollzeitkräfte ihren Dienst. Für den zu erwartenden Höhepunkt der Omikron-Welle werden alle vorbereiteten Maßnahmen jetzt in Betrieb gesetzt. Derzeit verteilt sich die Belastung des Contact-Tracing landesweit sehr unterschiedlich. Hauptbetroffen ist nach wie vor der Pongau. Es findet jedoch zusehens eine Verlagerung des Infektionsgeschehens in den Zentralraum Salzburgs statt. Auch in diesen Bezirken werden die positiven Fälle noch stärker ansteigen“, sagt Oberst Peter Schinnerl, Leiter des zentralen Corona-Managements.

Daten werden automatisiert erhoben

Eine Entlastung im Contact Tracing und ein zusätzliches Service für die Bürger führt das Land Salzburg ab Freitag durch eine automatisierte Datenerhebung von positiv getesteten Personen ein: „Bisher wurden Personen, die über COVID-19 Portal www.salzburg-testet.at einen positiven PCR-Test abgegeben haben, von der Gesundheitshotline 1450 kontaktiert“, so Schinnerl.

Neues SMS-System am Freitag im Einsatz

Ab Freitag erhalten diese positiv getesteten Salzburgerinnen und Salzburger per SMS einen Link, in dem sie selber ihre Daten für die behördliche Absonderung eingeben können. „Informationen zu einem symptomatischen Verlauf, über einen Auslandsaufenthalt oder ob Unterstützung durch die Gemeinde benötigt wird, kann eigenständig bekanntgegeben werden. Bei der SMS wird ein Tan-Code mitgeschickt, zusätzlich muss man sein Geburtsdatum eingeben. Dadurch soll eine missbräuchliche Verwendung bestmöglich verhindert werden“, sagt Oberst Schinnerl. Das Land Salzburg rechnet damit, dass die Einführungsphase einige Tage dauert und ersucht die Bevölkerung um tatkräftige Mithilfe und Unterstützung.

Das SMS-Angebot im Detail

Für alle, die bei einem behördlich angeordneten Test in der Drive-In-Station des Roten Kreuzes positiv getestet worden sind.
selbstständige Dateneingabe gemäß Online-Formular
gilt als Nachweis für den Arbeitsgeber oder auch als Bestätigung für das „Freitesten“ nach frühestens fünf Tagen

Entlastung für die Gesundheitsbehörden

Man gilt mit dem Erhalt des SMS als behördlich abgesondert und hat somit eine Bestätigung, etwa für den Arbeitgeber. Innerhalb weniger Tage bekommt man von der Behörde dann den Bescheid übermittelt. Lange Telefongespräche, die für das Contact Tracing sehr zeitraubend sind, fallen durch das neues SMS-System weg, weil die Grunddaten für die Absonderung nun vorhanden sind. „Wir erwarten uns eine Entlastung der Gesundheitsbehörden und gehen von einer digitalen Rücklaufquote von 70 bis 80 Prozent aus. Für Menschen ohne Smartphone wird der Bescheid selbstverständlich weiterhin manuell aufgenommen und postalisch zugestellt. Das SMS-System ist im Moment bei behördlich angeordneten Tests über das Rote Kreuz vorgesehen, denn dort fallen auch die meisten positiven PCR-Proben an“, so Schinnerl. Wenn sich dieser Ablauf bewährt hat, wird ein weiterer Ausbau vorgenommen.

Schinnerl: „Es kommt auf jeden einzelnen an.“

„Aufgrund der hohen Infektionszahlen sind alle gefordert. Jeder und jede kann mithelfen, die Omikron-Welle einzudämmen. Regelmäßiges Händewaschen, das Tragen der FFP2-Maske, Abstand halten und weniger Leute treffen - auch so kann die Zahl der Neuinfektionen eingebremst werden. Wird man trotzdem positiv getestet, so gilt es, rasch sein unmittelbares Umfeld zu informieren. Familie, Freunde, Arbeitskollegen, eben alle Personen, mit denen man in Kontakt war. Wir brauchen in den kommenden Wochen Achtsamkeit und Zusammenarbeit, denn die Systeme kommen nicht nur personell, sondern auch technisch in ganz Österreich an ihre Belastungsgrenze“, so Schinnerl, der anfügt: „Dreifach geimpfte Personen sowie Personen, die FFP2 Masken tragen, sind aktuell keine Kontaktpersonen.

Aktuelle Eckpunkte des Contact Tracing im Überblick

Indexpersonen (bestätigt positive Personen) werden behördlich abgesondert und bleiben in häuslicher Quarantäne.
Das umfassende Kontaktpersonenmanagement wird in sensiblen Bereichen wie Seniorenwohnhäuser und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen weiter umfassend durchgeführt.
Wenn Sie COVID-19 Symptome spüren, bleiben Sie bitte zu Hause und kontaktieren Sie 1450 oder melden Sie sich als Verdachtsfall bei www.salzburg-testet.at für einen behördlichen Test an.
Enge Kontaktpersonen zu infizierten Personen sollten von diesen informiert werden, müssen ihren Gesundheitszustand beobachten und bei Auftreten von Covid-Symptomen unverzüglich 1450 anrufen.
Enge Kontaktpersonen werden nicht mehr aktiv einem behördlichen Test zugeführt.
Kontaktpersonen, die im Berufsleben stehen, bitte die weitere Vorgehensweise mit ihrem Arbeitgeber abstimmen.
Weiter nicht als Kontaktpersonen gelten dreifach geimpfte Personen und wenn dauerhaft und korrekt FFP2-Maske getragen wurde.

Quelle: Land Salzburg

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