Hoffnung für Beaver-Creek-Riesentorlauf

Salzburger Stefan Brennsteiner

Hoffnung für Beaver-Creek-Riesentorlauf

Nach dem Rücktritt von Seriensieger Marcel Hirscher und dem verletzungsbedingten Ausfall von Manuel Feller (Bandscheibenvorfall) ruhen Österreichs Hoffnungen im Weltcup-Riesentorlauf am Sonntag (17.45 und 20.45 Uhr) vor allem auf Stefan Brennsteiner. "Ich habe in Sölden gesehen, dass ich von der Weltspitze nicht weit weg bin", betonte der Salzburger vor dem US-Rennen.

Beim Saisonauftakt Ende Oktober auf dem Rettenbachferner im Tiroler Ötztal war Brennsteiner nach dem ersten Lauf Siebenter gewesen, 62 Hundertstel hinter dem Halbzeitführenden Alexis Pinturault. Während der Franzose letztlich auch gewann, schied der Pinzgauer im zweiten Durchgang aus. "Natürlich habe ich analysiert, was da passiert ist, aber wichtig ist, dass man sich nicht zu viel verkopft", erklärte Brennsteiner.

Im Training in Nordamerika habe der 28-Jährige nun "einige gute Sachen gefunden, auch materialmäßig. Ich weiß, dass ich jederzeit in die Top Ten fahren kann. Doch das Ziel für die Zukunft heißt ganz klar in der Weltspitze um Siege mitfahren. Wann das eintreten wird, wird man sehen, aber wir werden hart daran arbeiten. Wir sind jetzt nicht die jungen Talente, sondern eher Arbeiter, und das wird sich irgendwann einmal bezahlt machen", ist Brennsteiner überzeugt.

Für ihn und seine ÖSV-Teamkollegen gelte es nun die Chance zu nützen, die sich durch den Rücktritt von Hirscher ergibt. "Marcel war sicher eine Bereicherung, er war der Skisport in Österreich die letzten Jahre. Jetzt müssen wir schauen, dass wir es auf die Reihe bringen", bekräftigte Brennsteiner. "Jeder muss seinen Weg machen. Wir orientieren uns an der Weltspitze, nicht an der österreichischen, und da haben wir einfach noch einen Schritt zu gehen."

Das sieht auch Roland Leitinger so, der nach seiner WM-Silbermedaille 2017 in St. Moritz durch mehrere Verletzung zurückgeworfen worden war. "Teilweise bringe ich es schon ganz gut hin. Ich hoffe, dass es im Riesentorlauf-Monat Dezember auch ganz gut funktioniert, damit ich zu Weihnachten ein ganz anderes Standing von der Startnummer her habe", lautet die nächste Zielsetzung des 19. von Sölden.

Langfristig will der Ex-Vizeweltmeister wie Brennsteiner ganz vorne mitmischen. "Ich will wieder dort hinkommen, wo ich schon gewesen bin. Man darf aber nicht zu viel mit der Vergangenheit kämpfen, sondern muss in der Gegenwart Gas geben", weiß Leitinger, der sich aufgrund von anhaltenden Knieproblemen im Mai einer weiteren Arthroskopie unterzogen hatte.

Mit Beaver Creek am Sonntag, Val d'Isere am 14. und Alta Badia am 22. Dezember folgen nun laut dem 28-jährigen Salzburger "drei Riesentorläufe, die richtig anspruchsvoll sind. Beaver Creek hat aber einen eigenen Charakter", erläuterte Leitinger, weil man dort sehr, sehr viel auf Zug fahren müsse. "Dazu kommen noch die vielen Geländewechsel - steil, flach, Kuppen, und teilweise hängt das Gelände noch weg. Es ist deshalb kein Schwung wie der andere. Doch genau das ist das Schöne daran."

Für den dreifachen WM-Medaillengewinner Marco Schwarz ist das Rennen am WM-Schauplatz von 2015 das nächste Comeback seit seinem im Februar erlittenen Kreuzbandriss. Vor zwei Wochen kam der Kärntner im Levi-Slalom auf den 25. Endrang. Auch im Riesentorlauf fühlt sich der 24-Jährige mittlerweile "sehr gut. Ich muss aber noch die Feinjustierung finden, vor allem bei dem aggressiven Schnee hier, damit man sich nicht eingräbt, sondern die feine Klinge auspackt."

Dabei hilft dem ÖSV-Team auch Hirscher. "Er ist immer wieder ein Thema. Man schaut sich seine Videos von den letzten Jahren an, wo er richtig genial gefahren ist", verriet Schwarz, dass die Beaver-Creek-Fahrten des Gesamt-Weltcup-Rekordsiegers wichtige Aufschlüsse bringen. Insgesamt drei Weltcup-Riesentorläufe gewann Hirscher in Colorado - 2011, 2015 und 2017.

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