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Flughafen Salzburg

Hoffnung auf Reisesommer lebt

Airport im Krisenmodus - Hohe Investitionen für die nächsten Jahre geplant - Geschäftsführerin: Nicht alle Flughäfen in Europa werden überleben.

Die Coronakrise hat den Flughafen Salzburg schwer getroffen. Im Linienverkehr heben am zweitgrößten Airport Österreichs derzeit nur zwei Maschinen pro Woche ab. Chefin Bettina Ganghofer hofft, , dass der Reiseverkehr zwischen Ostern und Pfingsten allmählich anzieht. Zugleich forderte sie im APA-Interview verweigerte Wirtschaftshilfen ein, sprach über anstehende Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe und wünschte sich rasche einheitliche Spielregeln für Reisen.

Ganghofer zeigte sich optimistisch, dass es heuer zumindest in Grundzügen einen Reisesommer geben wird. "Mit Begleiterscheinungen wie sich testen lassen, Maske tragen und Einhaltung der Hygienevorschriften, vor allem aber mit einem wie auch immer gearteten Gesundheitsausweis", sagte die Flughafen-Chefin. Ein solches Dokument, das in allen Ländern der Welt anerkannt werde, sei dringend notwendig und werde wie der Pass oder Personalausweis einmal zur Grundausstattung eines jeden Staatsbürgers gehören.

"Die Menschen haben Sehnsucht nach einem Tapetenwechsel - nicht nur im eigenen Land." Dazu brauche es zunächst einheitliche Spielregeln für Reisen. Die Politik habe es sich zum Ziel gesetzt, größere Cluster zu vermeiden und die Schwachen vor Corona zu schützen. "Irgendwann im Sommer müsste dieses Ziel erreicht sein", sagte Ganghofer. Wenn viele Menschen geimpft seien und allen anderen die Impfung offen steht, dann sollte sich die Politik aus den privaten Entscheidungen wieder herausnehmen. "Die Politik fordert Eigenverantwortung, aber sie gewährt sie nicht."

Auch wenn der Flughafen seine wirtschaftliche Bilanz traditionell erst im Sommer vorlegt: "Wir haben 2020 rote Zahlen geschrieben. Ich weiß nicht, nach wie vielen Jahrzehnten das zum ersten Mal wieder passiert ist", erklärte die Airport-Geschäftsführerin. Die Ergebnisse seien insgesamt etwas besser ausgefallen als zuerst befürchtet, trotz Sparmaßnahmen werde man aber wohl einen Zusatzkredit abrufen müssen. Die rund 370 Mitarbeiter des Flughafens sind seit Beginn der Krise fast geschlossen in Kurzarbeit. "Auch ich selbst", so Ganghofer. Bisher sei man ohne Kündigungen durch die Krise gekommen. "Das werden wir auch weiter schaffen." Obwohl schon lange klar sei, dass 2021 wirtschaftlich deutlich schwieriger werde als 2020, als noch einen Großteil der Wintersaison stattfinden konnte.

Der Flughafen hat bisher auch keinen Fixkostenzuschuss erhalten, weil das Unternehmen zu 100 Prozent im öffentlichen Eigentum (75 Prozent Land, 25 Prozent Stadt Salzburg) steht und sich damit nicht für die Wirtschaftshilfe qualifiziert. "Ich werde als Geschäftsführerin alles dafür tun, dass ich die Zuschüsse erhalte. Wir haben sechs Flughäfen in Österreich, alle mit dem gleichen Geschäftsmodell. Dass zwei Zuschüsse bekommen und vier nicht, das halte ich für wettbewerbswidrig." Eine Unterstützung wie in Deutschland, wo Bund und Länder für die Flughäfen eine Mrd. Euro zur Verfügung stellen, bräuchte es dann wohl nicht. "Wir wollen Gleichbehandlung und wünschen uns die Zuschüsse, die es für andere Unternehmen auch gegeben hat - wie Verlustausgleich, Fixkostenzuschuss, usw."

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen stehen am Flughafen in den kommenden Jahren große Investitionen an. Bis Juni sollen die Eigentümer darüber informiert werden, welche finanziellen Verpflichtungen in den kommenden Jahren eingegangen werden müssen. Das Flughafen-Hauptgebäude, der "Terminal 1", ist in die Jahre gekommen und platzt teilweise aus allen Nähten. Vor allem die Bereiche für Ankünfte, Einreise, Sicherheitskontrolle und die Wartezonen bräuchten mehr Platz. "Der Terminal gehört dringend erneuert - mit oder ohne Pandemie." Daneben fallen auch Kosten für eine Pistenentwässerung, die Rollwegerneuerung und Standardinvestitionen in Gerätschaften an. Gesamtvolumen: geschätzte 80 bis 120 Mio. Euro. "Ohne Zuschüsse der Eigentümer-Vertreter wird das nicht gehen", sagte Ganghofer.